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22.05.2012

07:27 Uhr

Art Amsterdam

Aus für holländische Kunstmesse

Die Art Amsterdam, Hollands größte Messe für zeitgenössische Kunst, gibt auf. Es hatten sich zu wenig Aussteller angemeldet.

Besucher auf der Messe Art Amsterdam 2011. RAI Amsterdam

Besucher auf der Messe Art Amsterdam 2011.

KleveAlle Versuche, die Art Amsterdam zu retten, sind gescheitert: Nach 27 Jahren wird die größte Messe für zeitgenössische Kunst in den Niederlanden in diesem Jahr erstmals ausgesetzt. Das teilte die Messegesellschaft von Amsterdam RAI vergangene Woche mit. Ob die Veranstaltung eine Zukunft hat, ist ungewiss. „Die Chance, dass die Messe so wie sie bisher war zurückkehrt, ist gleich Null“, sagte Messe-Sprecher Pim van Houten.
Die Entscheidung fiel, obwohl die Messe mit neuem Konzept an den Start gehen wollte. So sollte die Art Amsterdam in diesem Jahr erstmals statt im Mai vom 20. bis 23. September stattfinden, um besser an den internationalen Kunstmessekalender anzuschließen. Geplant war außerdem eine Qualitätsauslese. Um circa ein Drittel auf 90 Teilnehmer sollte die Zahl der Teilnehmer verringert werden. Auch ein Ortswechsel war vorgesehen. Als Ersatz für das bisherige Messegelände RAI sollte ein kleinerer Messekomplex, die Kromhout-Halle im Norden von Amsterdam dienen. Eine Innovation war bereits 2011 die parallel zur Messe laufende virtuelle Präsentation des Kunstangebots. Das machte die Messe zum Vorreiter auf dem Gebiet der Internet-Vermarktung. 

Die staatlichen Kürzungen im Kulturbereich sind indirekt nun auch bei der Art Amsterdam angekommen. War die Erhöhung der Mehrwertsteuer von ursprünglich sechs auf 19 Prozent im vorigen Jahr bereits ein harter Brocken, so soll sie nach dem Willen der heutigen Mitte-Rechts-Regierung um Premier Mark Rutte in allen Bereichen, inklusive der Kunst, auf 21 Prozent aufgestockt werden. Daran können auch die geplanten Neuwahlen am 12. September nicht rütteln, zumindest nicht, solange die rechtsliberale Partei (VVD) am Ruder sitzt.

Mit moderaten Standpreisen zwischen 165 und 190 Euro pro Quadratmeter nahmen im letzten Jahr 136 Galerien an der Messe teil. Von 43 ausländischen Teilnehmern kamen allein 21 aus Deutschland, darunter artfinder, Anna Klinkhammer, Michael Sturm, TZR, Mario Mazzoli, Voss und Jarmuschek + Partner. Mit 21.000 bis 23.000 Besuchern in den letzten drei Jahren blieben die Zahlen konstant.

Das neue Konzept war der Versuch, die Messe – im Wortsinn – auf Sparflamme zu halten. Der gute Vorsatz indes fand keine Mehrheit bei den potentiellen Teilnehmern. Die bisherigen Anmeldungen blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

Von

Cornelia Ganitta

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