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17.06.2016

09:00 Uhr

Das Neueste aus dem Studio von Jeff Koons: Die Dizzling Paintings mixen Alte Meister hier Rembrandt mit einer Gartenkugel. Quelle: sds

Spiegel für den selbstverliebten Sammler

Das Neueste aus dem Studio von Jeff Koons: Die Dizzling Paintings mixen Alte Meister hier Rembrandt mit einer Gartenkugel. Quelle: sds

BaselEs ist wie ein Ritterschlag. Sie gilt gemeinhin als weltweit bedeutendste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst. Ihre Qualitätsansprüche sind hoch. Wer als Galerist auf der 47. Art Basel, die noch bis zum 19. Juni läuft, ausstellen darf, hat gewonnen. Mindestens an Renommee. Vielleicht auch materiell. Denn so sicher ist es nicht, dass die Kosten reinkommen, um die 200.000 Franken dürften es wohl sein. Das ist mit ganz junger Kunst kaum zu erwirtschaften. Eher schon mit Künstlern, deren Beitrag fest verbrieft in Kunstgeschichtsbüchern steht oder mit gehypten Geheimtipps.

Was Großgalerien brauchen

Das eigentliche Geschäft machten 30 Großgalerien unter sich aus, sagt Paul Schönewald, Kunsthändler aus Düsseldorf. „Doch sie stellen allein keine Messe auf die Beine. Drum brauchen sie die anderen Aussteller als Kanonenfutter, als Beiwerk und Lieferant von Sammlern.“ Schönewald bewirbt sich bewusst nicht – und hat dennoch etliche Kunstwerke bei drei verschiedenen Galerien auf der Art Basel. Schließlich hat er immer wieder aufs Neue gewichtige Gemälde vor allem von Gerhard Richter und Sigmar Polke zur Hand. Mit solchen Trophäen wollen sich andere Galeristen gern schmücken, die aber nicht in der Lage waren, die gesuchten Bilder aufzutreiben. Da hilft man sich aus.

Zulassung verweigert

Die Welt steht Kopf, das könnte so mancher Beobachter der Weltpolitik meinen. Und auch auf der Art Basel lassen sich figurative Skulpturen entdecken, deren Haupt dort ist, wo sich sonst die Füße befinden. Die Zulassungs-Jury steht Kopf, dachten sich reihenweise Galeristen-Kollegen und der Bundesverband deutscher Galerien (BVDG), als der Fall Klüser bekannt wurde.

Bernd Klüser wurde am Mittwoch dieser Woche für sein Lebenswerk als Wegbereiter von Joseph Beuys und Warhol, Tony Cragg und Olaf Metzel geehrt. Den Preis verlieh dem verdienstvollen Münchener die Federation of European Art Galleries Association (F.E.A.G.A.). Die böse Pointe ist, dass das Art-Basel-Zulassungskomitee dem Stammaussteller Klüser in diesem Jahr erstmals die Teilnahme verwehrte. Eine Begründung wurde nicht abgegeben. Dafür sorgen allein schon die Statuten.

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