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16.06.2015

15:24 Uhr

Art Basel

Die Welt aus dem Blickwinkel der Kunst

VonSusanne Schreiber

Ob grüne Fallschirme oder Fahrräder: Die Halle 1 der Art Basel zeigt in der Art Unlimited nur große und sperrige Kunstwerke. Es ist ein gelungener Überblick über zeitgenössische Kunst und die Lust am Perspektivwechsel.

Eine der wichtigsten Kunstmessen für zeitgenössische Kunst: die Art Basel. Die große Skulptur aus Fahrradrahmen nimmt viel Platz ein und lässt Besucher staunen. Stefan Pangritz Photography

„Stacked“ von Ai Weiwei

Eine der wichtigsten Kunstmessen für zeitgenössische Kunst: die Art Basel. Die große Skulptur aus Fahrradrahmen nimmt viel Platz ein und lässt Besucher staunen.

BaselDie Kunst kann sich in die Lüfte erheben. Das tun jedenfalls die grünen Fallschirme, die der 41-jahrige Mexikaner Héctor Zamora mittels Ventilatoren nach oben treibt. Doch nicht bunt, sondern militärisch grün sind die „Jellyfish“ genannten Seidenschirme, die auf die Militärpräsenz der Amerikaner anspielen.

Bevor die beiden riesigen Hallen der Art Basel mit 222 dicht gedrängten Galerie-Kojen am Dienstag eröffnen, durfte das VIP-Publikum bereits am Montagabend erhebende Kunst auf der Art Unlimited in Augenschein nehmen.

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In einer Extra-Halle hat Kurator Gianni Jetzer vom Hirshhorn Museum in Washington 78 Arbeiten versammelt, die zu groß und zu sperrig wären für die Hauptmesse. Jetzer ist abermals ein brillanter Überblick gelungen, von einer Dichte und Stringenz, wie er sich in der Hauptveranstaltung wegen des Überangebots gar nicht einstellen kann.

Die Spanne der Werke, die sich tief einprägen in das Gedächtnis reicht von Julius von Bismarck (*1983) bis zu Robert Irwin, Konrad Klapheck und Günther Uecker, die in ihren Achtzigern vergnügt in der Nähe ihrer Arbeiten stehen und auf sympathische Art Hof halten.

Die militärisch grünen Seidenschirme spielen auf die Militärpräsenz der Amerikaner an. Stefan Pangritz Photography

„Jellyfish“ von Héctor Zamora

Die militärisch grünen Seidenschirme spielen auf die Militärpräsenz der Amerikaner an.

Direkt aus der Düsseldorfer Uecker-Ausstellung kommt die an die Vergänglichkeit gemahnende Sandmühle, die laut Galerist Boris Vervoordt bereits für ein Museum reserviert sei.

Robert Irwin hat mit Seidenwänden und projizierten schwarzen Quadraten einen herrlichen Irrgarten inszeniert, der mit Sichtbarem und Unsichtbarem spielt. Die Galerien Pace und White Cube erwarten für die in einer Dreier-Edition verlegte Arbeit je 1,2 Millionen Dollar.

Kommentare (1)

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Herr Gerd Kintzel

16.06.2015, 16:06 Uhr

Es ist schon interessant zu sehen und zu lesen, was heute alles als Kunst deklariert wird. Vor allem aber, wie die Experten einen Fettfleck in der Zimmerecke oder eine fettbeschichtete Wanne (beides Beuys) zu einem Kunstwerk hochstilisieren. Oder wenn verwinkelte Stahlplatten, ein als die "Faltung" benanntes öffentliches Kustwerk, dem Rost anheim fällt - und dieser natürliche chemische Prozeß als Performance-Kunst gefeirt wird. Irgendwie bin ich wohl doch ein Kunstmuffel. Egal, es lebe der Rock 'n Roll und der Blues!

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