Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.12.2014

20:32 Uhr

Art Basel Miami Beach

Das Geld sitzt weiterhin sehr locker

VonBarbara Kutscher

Für Sammler aus Mittel- und Lateinamerika ist die Art Basel Miami Beach ein Muss. Die überwiegende Zahl der über 250 Galerien macht ihr Geschäft mit kommerziell gängigen Namen und großen Formaten.

Adriana Varejaos Gemälde "Polvo Portraits IV (Seascape Series)" (2014) in der Koje von Lehmann-Maupin (Ausschnitt)

Adriana Varejaos Gemälde "Polvo Portraits IV (Seascape Series)" (2014) in der Koje von Lehmann-Maupin (Ausschnitt)

Miami BeachÖffentliche Museen hatten es in Miami, Schauplatz der Kunstmesse Art Basel Miami Beach, nie leicht. Sammler richten sich lieber Privatmuseen ein. Aber die Eröffnung des schönen Perez Art Museum Miami (PAMM) im vergangenen Dezember war ein wichtiger erster Schritt. Um Relevanz für ein an zeitgenössischer Kunst interessiertes Publikum bemüht sich jetzt auch das schon 1963 eröffnete, bisher leicht verstaubte Bass Museum of Art. Hier sind gerade in einer passenden dramatischen Inszenierung Teile der Sammlung des exzentrischen New Yorker Architekten und Designers Peter Marino zu sehen (“One Way: Peter Marino”, bis 3. Mai 2015). Anfang der Woche wurde das neu gegründete Institute of Contemporary Art (ICA) Miami für junge und experimentelle Kunst im Design District eröffnet. Es ist noch ein Provisorium, ein Neubau soll 2016 eröffnet werden. Für die Baukosten zeichnen die einflussreichen Sammler Irma und Norman Braman verantwortlich.

Die Koje als Klassenzimmer

Vom 4. bis zum 7. Dezember 2014 stand jedoch für rund 75.000 Besucher die 13. Ausgabe der Art Basel Miami Beach im Mittelpunkt. Sie zieht traditionell vor allem Sammler aus Mittel- und Lateinamerika an. Und wie die ersten Tage im Convention Center zeigten, sitzt das Geld für die angebotenen „Blue Chips and New Chips“ weiterhin sehr locker.

Schon in den ersten Stunden der „First Choice“- Eröffnung am Mittwochmorgen sahen Händler gute Verkäufe. Bei Wentrup (Berlin) dauerte es nur knappe zehn Minuten, bis „L.A. County 1987-88“ des provokanten deutschen Bildhauers Olaf Metzel verkauft werden konnte. Der auf Aluminium aufgezogene Digitalprint ging für 44.000 Euro an ein Vorstandsmitglied des Dallas Art Museum.

Unter den wenigen Galerien, die sich in diesem Jahr um Themenstände bemühten, zog Gmurzynska (Zürich, Zug, St. Moritz) die Aufmerksamkeit auf sich. Hier verwandelte der für seine Opulenz bekannte australische Regisseur Baz Luhrmann den Stand in ein Klassenzimmer der 1920er-Jahre. Einen besonderen Platz unter den Meisterwerken des 20. Jahrhunderts kommt Joan Miros Bild „Jeux d’Enfants“ zu. Es entstand 1932 als Teil des Dekors für das „Ballet Russe de Monte Carlo“, wie ein kurzer wiederentdeckter Schwarzweiß-Film belegt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×