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04.12.2011

09:25 Uhr

Art Basel Miami Beach

Etablierte Kunst statt Glitzer(ware)

VonBarbara Kutscher

Die 10. Messe „Art Basel Miami Beach“ setzt auf bewährte Namen und gediegene Präsentation. Händler hoffen vor allem auf die unverminderte Kaufkraft der Venezolaner und Brasilianer.

Gigantisch große Rosen von Will Ryman: „65th Street“. Die Skulptur, aufgestellt am Strand von Miami Beach, ist Teil der Art Basel Miami Beach. Reuters

Gigantisch große Rosen von Will Ryman: „65th Street“. Die Skulptur, aufgestellt am Strand von Miami Beach, ist Teil der Art Basel Miami Beach.

Miami BeachZur zehnten Ausgabe lässt es die „Art Basel Miami Beach“, die wichtigste Messe Amerikas für zeitgenössische Kunst, richtig krachen. Viele Händler brachten außergewöhnlich gute Themenausstellungen zusammen. L&M Arts (New York) etwa zelebriert ausschließlich Andy Warhols Papierarbeiten aus 40 Jahren (25.000 bis 400.000 Dollar). Rund 160 Werke sind effektvoll und sehr dekorativ auf Warhols grellbunte Tapeten „Cow“ und „Self-Portrait“ genagelt.

Sadasama Motonaga, gerade verstorbener Mitbegründer der bahnbrechenden japanischen Gutai-Gruppe (1954-1972), widmet McCaffrey Fine Art (New York) mit 14 Großformaten (bis 400 000 Dollar) eine längst überfällige Miniretrospektive.

Moeller Fine Art (New York/Berlin) erinnert dagegen an den wichtigen New Yorker Galeristen Howard Wise, der in den 1960er-Jahren der kinetischen Kunst einen Marktplatz verschaffte. Er repräsentierte auch die derzeit so gefragten Zero-Künstler Mack und Piene.

Artwork von Barbara Kruger wird in der Mary Boone Gallery ausgestellt, als Teil der Art Basel Miami Beach. dapd

Artwork von Barbara Kruger wird in der Mary Boone Gallery ausgestellt, als Teil der Art Basel Miami Beach.

Eigen + Art (Berlin/Leipzig) meldet sich nach einjähriger Auszeit mit einer ehrgeizigen Skulpturenausstellung zurück. Einige Werke, unter anderem von Carsten und Olaf Nicolai und Neo Rauch, wurden bereits in den ersten Messestunden an neue Kunden abgesetzt.

Neu dabei ist die Berliner Galerie Berinson. Sie verstärkt das solide Segment der Klassischen Moderne. Hans Bellmers sehr großes handkoloriertes Foto von Puppengliedern, „Nous la suivons à pas lents“ (1937, Abzug vor 1963 für 650.000 Dollar), dominiert hier den Querschnitt.

Wie immer mietete Landau Fine Art (Montreal) einen großen Stand am Eingang. Hier beeindrucken vier frühe Gemälde des Schweizer Architekten Le Corbusier. Landau bietet sie marktfrisch aus der Sammlung der Schweizer Galeristin und Corbusier-Mäzenin Heidi Weber an. Das schöne Stillleben "Gläser und Flaschen" von 1928 soll stolze fünf Millionen Dollar kosten. Deutlich wird beim Flanieren, dass „Art Basel Miami Beach“ sich immer mehr zur Hommage an Südamerika entwickelt.

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