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14.06.2011

11:06 Uhr

Art Basel

Wo Kunstfreunde schwach werden

VonSusanne Schreiber

Für Kenner ist die Art Basel die wichtigste Kunstmesse weltweit. 2500 Künstler zeigen auch bei der 42. Ausgabe der Veranstaltung wieder was sie können. Was dieses Mal fehlt, ist ein Grundtenor.

Großinstallation von Jason Rhoades mit 96 Neonschriftzügen für das weibliche Genital. Quelle: Estate of Jason Rhoades; Galerie Hauser & Wirth; David Zwirner,

Großinstallation von Jason Rhoades mit 96 Neonschriftzügen für das weibliche Genital.

BaselDie Art Basel ist die weltweit wichtigste Kunstmesse. Sie öffnet heute geladenen Gästen die Pforten. 300 Galerien aus aller Welt siebt eine zuletzt in die Kritik geratene Jury aus 1000 Bewerbungen aus. In zwei dicht gedrängten Etagen der Messehalle warten Werke von 2500 Künstlerinnen und Künstlern auf verständige Käufer. Für das allgemeine Publikum ist die 42. Art Basel von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

Wie ein musikalisches Vorspiel darf die „Art Unlimited“ in Halle 1 mit raumgreifenden oder zeitaufwendigen Kunstwerken traditionell schon am Abend vor der Vernissage besichtigt werden. Es lässt sich diesmal kein Grundtenor, kein Kammerton ermitteln. Positiv ausgedrückt: Vielfalt schafft sowohl die ästhetische wie die ökonomische Grundlage für die zu erwartenden Geschäfte.  

In „Art Unlimited“ treffen diesmal Künstler, die in den siebziger Jahren ihren Zenit hatten, auf Künstler, die damals geboren wurden. Minimalistisch und fein ist die nur aus Acrylfäden bestehende Raum definierende Arbeit von Fred Sandback (1943-2003), für die Galerien Verna und Zwirner 450 000 Dollar erwarten. Der Lichtkünstler James Turrell (*1943) öffnet einen abgedunkelten Raum unerwartet mit einer strahlend blauen Ecke. 

Wem das zu subtil ist, der entdeckt in der Großinstallation von Jason Rhoades (1965-2006) 96 in Neon geformte Umschreibungen des weiblichen Genitals: “Pussy“, „Pudding“, „Paradise“, „Fly Catcher“ … An komplexeren Verwandlungsprozessen interessiert ist Jorinde Voigt (*1977). Die Galerie Klosterfelde stellt ihre erste siebenteilige, großformatige Collage für 180.000 Euro aus. Voigt abstrahiert darin das Wesen der von ihr besuchten botanischen Gärten. Deren Pflanzenbestand und Farbwerte überführt sie in nicht mimetische Formen und Farben.

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