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17.07.2014

19:57 Uhr

Art Classix

Eine Antiquitätenmesse verschwindet

VonChristiane Fricke

Erst im letzten Jahr wurde Münchens vierte Antiquitätenmesse, die „Art Classix“ aus der Taufe gehoben. In diesem Herbst wird sie nicht mehr antreten, weil sich nicht genügend Aussteller angemeldet haben.

Formschönes Meissen-Porzellan mit Goldchinesen-Dekor auf dem Stand von Steinbeck Kunsthandel (Aachen) auf der Art Classix, München 2013. Renate Steinbeck gehörte zu Mitinitiatoren der Messe. Steinbeck Kunsthandel

Formschönes Meissen-Porzellan mit Goldchinesen-Dekor auf dem Stand von Steinbeck Kunsthandel (Aachen) auf der Art Classix, München 2013. Renate Steinbeck gehörte zu Mitinitiatoren der Messe.

DüsseldorfDie Zeiten, in denen München seinem Publikum vier zeitlich nicht optimal koordinierte Herbstmessen für Antiquitäten zugemutet hat, sind vorerst vorbei. Die Art Classix, der von einigen Händlern initiierte Neuzugang vom letzten Jahr, hat ihre für den Herbst avisierte zweite Ausgabe abgesagt „In diesem Jahr findet im November keine Ausstellung in München statt“, wendet sich das „art classix-Team“ an den sehr geehrten "Kunstliebhaber“, der im Internet ihre Website aufruft. Leider hätten sich nicht ausreichend Aussteller gefunden, um „ein umfangreiches Angebot präsentieren zu können“.

Mit 29 Ausstellern hatte die erste Ausgabe der Art Classix 2013 zeitlich parallel zur „Highlights Internationale Kunstmesse München“ stattgefunden. Für die zweite Ausgabe wollte Messemacher Michael Daniels, Geschäftsführer der Neusser Firma TexStyle, deutlich mehr Aussteller gewinnen. 40 hatte er im letzten Jahr ins Auge gefasst und sogar Überlegungen angestellt, wieder den alten Messestandort Riem wiederzubeleben, sollten es mehr werden. (Siehe HB vom 8.11.2013)

Enttäuschte Händler

Nicht wenige Händler, die im letzten Jahr dabei waren, bedauern das Aus für die Art Classix. Unter ihnen Renate Krümmer, Kunsthändlerin aus Hamburg, und Gérard Schneider von der Galerie Française aus München. „Ich hätte gerne wieder auf der Art Classix ausgestellt“, bedauert Schneider, der in diesem Zusammenhang auch an die verhältnismäßig günstige Standmiete erinnert. Ähnlich wie Krümmer blickt er auf eine erfolgreiche Teilnahme zurück.

Krümmer und Schneider wechseln nun zur Kunst-Messe München in den Postpalast während die „Highlights“-Messe ein bis maximal zwei ehemalige Art Classix-Aussteller übernehmen wird wie aus dem Messebüro der Highlights zu erfahren ist. Beide Veranstalter werden in Kürze ihre Teilnehmerlisten veröffentlichen.

Besseres Timing möglich

Das Münchner Messeangebot konzentriert sich also nun auf drei Anbieter. Den Anfang macht die Regionalmesse „Kunst und Antiquitäten“ am Nockherberg vom 25. Oktober bis 2. November 2014 . Um die „Kunst-Messe München“ im Postpalast und die „Highlights Internationale Kunstmesse München“ zu besuchen, braucht das Publikum nicht wie im letzten Jahr zweimal anzureisen. Die Messe im Postpalast läuft zehn Tage vom 31. Oktober bis 9. November, davon die letzten drei Tage parallel zur Highlights, deren Laufzeit auf den 6. bis 12. November 2014 terminiert ist.

Der unfreiwillige Konzentrationsprozess wirft im Übrigen auch ein Licht auf die Verfassung des Antiquitätenmarktes und das immer schwieriger gewordene Geschäft mit Möbeln und Kunsthandwerk. Das gilt auch für Porzellan. Es gibt einfach nicht mehr genug Händler, um vier Messen an einem Standort überleben zu lassen.

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