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15.08.2011

14:03 Uhr

Art Salzburg

Elegant und anspruchsvoll

VonSabine Spindler

Die Art Salzburg punktet mit österreichischen Klassikern von der Moderne bis zu den Zeitgenossen. Altmeister und Antiquitäten spielen auf der Messe in der Residenz inzwischen fast eine Nebenrolle.

Franz von Stuck: "Die Wippe" von 1898 (Ausschnitt). Quelle: Inselgalerie Gailer

Franz von Stuck: "Die Wippe" von 1898 (Ausschnitt).

SalzburgAlle 36 Aussteller der eleganten und anspruchsvollen Art Salzburg, die am Samstag eröffnet wurde, sind sich in einem Punkt einig: Auf die Festspielbesucher kann man sich verlassen. Sie kommen, schauen und kaufen. Man scheut sich nicht, millionenschwere Kunst anzubieten. Zu den teuersten Gemälden zählt zweifellos Picassos „Femme dans l´atelier“ von 1956, das seine damalige Frau Jaqueline darstellt – bei Salis & Vertis für 4,5 Mio. Euro. Bereits während der Vernissage war Franz von Stucks „Die Wippe“ von 1898 mit einem roten Punkt ausgestattet. Das Gemälde, das die Inselgalerie Gailer aus Bayern anbot und über dessen Preis jetzt der Mantel der Verschwiegenheit gelegt wurde, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Münchner Galerie Heinemann in die USA verkauft und galt deshalb seit Jahrzehnten als verschollen.

Akzent auf der Moderne

Eine Messe für Antiquitäten ist die Art Salzburg immer weniger. Auch wenn Röbbig München mit seinen frühen Porzellanen, darunter Stücke aus der Sammlung August des Starken (120.000 bis 185.000 Euro),  und mit exquisiten Möbeln des 18. Jahrhunderts einen Hauch der international renommiertesten Kunst-Messe, der Maastrichter TEFAF, in die barocke Residenz bringt. Hier setzt man hauptsächlich auf die Kunst der Klassischen Moderne und der Zeitgenossen und dabei vor allem auf arrivierte Namen. Da darf in Österreich weder Alfons Walde fehlen, von dem mindesten acht Gemälde zwischen 180.000 bis 460.000 Euro angeboten werden, noch kommt man an Oskar Kokoschka vorbei, dessen stimmiges Porträt „Lilly Gesinus-Visser“ die Galerie Schütz aus Wien für 365.000 Euro offeriert. Als eine gute Investition für Sammler bezeichnet Liselotte Setzer von Lilly´s Art die gerade aus Privatbesitz erworbene, handsignierte Gustav-Klimt-Zeichnung eines jungen Mädchens (150.000 Euro), vermutlich die Tochter des Wiener Sezessionisten. In diesem Preisbereich bewegt sich auch eines jener wenigen „Kreuz“-Bilder von Arnulf Rainer aus dem Jahr 1987 am Stand der Galerie Ruberl.

Eine Wiederentdeckung

Auf nicht ganz so ausgetretenen Pfaden der Moderne bewegt sich die Hamburgerin Renate Krümmer mit Gerhard Marcks  „Odaliske“ von 1968 (85.000 Euro) und mit Anita Reés „Bildnis eines Knaben“ (18.000 Euro). Mit der Gouache „Der Herr mit dem Gletscherauge“ (75.000 Euro)  der von ihr wiederentdeckten Künstlerin DODO präsentiert sie die bislang wenig beachtete weibliche Seite der kessen Berliner Kunst der 1920er Jahre. Entdeckungen sind auf der Art Salzburg eben auch möglich.

Art Salzburg – International Fine Art Fair
Bis 21. August , tägl. 11-19 Uhr
Residenz Salzburg
Residenzplatz 1, A-5020 Salzburg

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