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19.08.2011

00:00 Uhr

Art Salzburg

Fokus auf die jüngere Kunst

VonSabine Spindler

Festspielbesucher suchen ein kultiviertes Umfeld vor dem Konzert. Viele der gutbetuchten Gäste suchen und kaufen auf der Kunst- und Antiquitätenmesse in der Salzburger Residenz.

Markus Prachensky: "rot und violett, Solitude" (Ausschitt) Quelle: KOVACEK Spiegelgasse Gemaelde

Markus Prachensky: "rot und violett, Solitude" (Ausschitt)

SalzburgIndustriebosse, Mittelständler und Führungskräfte entspannen sich im August gern in Salzburg. Bei hochkarätig besetzten Festspiel-Konzerten, -Opern und -Theaterstücken. Zu einem anspruchsvollen Abendprogramm gehört ein kultiviertes Tagesprogramm. Hier setzt die Messe "Art Salzburg" an, die 36 Galeristen und Antiquitätenhändlern eine erlesene Verkaufsplattform in der barocken Salzburger Residenz verschafft.

Dafür muss der Aussteller zwar merkantile Power haben. "Aber auf die spontane Kauflust dieses sehr internationalen Festspielpublikums kann man sich verlassen", weiß Galerist Jörg Schuhmacher aus Frankfurt. Zu Schuhmachers Glanzstücken zählen drei Papier-Arbeiten von Fernand Lèger, darunter ein Glasfenster-Entwurf für 78.000 Euro.

Pablo Picassos Wachsstiftzeichnung "Tête de femme de profil à gauche" von 1942 war schon am ersten Messewochende bei der Galerie Française verkauft. Nun hofft der Galerist aus München auf einen Interessenten für eine heitere Komposition Serge Poliakoffs aus dem Jahr 1958 (395.000 Euro). Salis & Vertes, Experten für hochrangige Werke der Klassischen Moderne, stellen das teuerste Werk der Messe aus: Picassos "Femme dans l'atelier" von 1956. Dafür erwarten sie 4,5 Millionen Euro. Auch die Galerie Wienerroither & Kohlbacher setzt auf arrivierte Kunst. Für einen superben Akt von Egon Schiele lassen sich 1,8 Millionen Euro notieren.

Doch der Kunstmarkt öffnet hin und wieder neue Horizonte. Bislang war die Beckmann-Schülerin Marie-Louise von Motesiczky, die bis zu ihrem Tod im Jahre 1996 ihr Œuvre in einem Trust zusammenhielt und nichts verkaufte, nur Eingeweihten ein Begriff. Wienerroither & Kohlbacher konnten einen Teil ihres Werks erwerben. Drei Arbeiten der Expressionistin sind nun zu entdecken (30.000 bis 40.000 Euro). Mit einer bislang unbekannten Fassung von Leo Putz' Gemälde "Maler und Modell" (180.000 Euro) von 1902, die bislang nicht im Werkverzeichnis aufgeführt ist, macht auch der Kunsthändler Dr. Michael Nöth aus Ansbach, spezialisiert auf den schmelzenden, eleganten Stil der Sezessionisten, von sich reden.

Trotz der erotisch exaltierten Fotos des Amerikaners David LaChapelle (25.000 bis 100.000 Euro) bei Rudolf Budja, trotz des kleinen Andachtsbilds von Petro Bello (62 000 Euro) aus der Zeit um 1500 bei Galerie Dr. Riedel, das starke Österreich-Kolorit der Art Salzburg ist unübersehbar. Nicht nur das marktfrische Gemälde "Frühmorgens am Attersee" von Friedrich Gauermann, das die Galerie Kovacek-Spiegelgasse für 480 000 Euro anbietet, ist ein Indiz dafür.

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