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04.01.2011

08:30 Uhr

Arte Fiera – Art First

Abstieg einer Messe

VonEva Clausen

Die Arte Fiera in Bologna ist die älteste und wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst in Italien. Doch sie laboriert an einem Problem. Immer mehr internationale Galeristen bleiben ihr fern.

Auf dem Stand von Guidi e Schoen: Daniele Buettis "Passion What for?" (2010). Foto (Ausschnitt): Guidi e Schoen/VG Bild-Kunst courtesy Guidi e Schoen

Auf dem Stand von Guidi e Schoen: Daniele Buettis "Passion What for?" (2010). Foto (Ausschnitt): Guidi e Schoen/VG Bild-Kunst

ROM. Nicht nur die älteste, auch die erste und wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst in Italien sollte sie sein. Deshalb fügte die Arte Fiera von Bologna ihrem schlichten Namen vor fünf Jahren das Prädikat "Art First" hinzu.

Ironie des Schicksals: Seither scheint es mit ihr bergab zu gehen. Vor allem an Internationalität hat sie eingebüßt. Die Zeiten, als Galeristen wie Bernd Klüser, Karsten Greve, Thomas Schulte, Hans Mayer, Thomas Rehbein und Matthias Arndt mit von der Partie waren, sind vorbei. Selbst Stefan Röpke, der der Messe Jahre lang die Treue hielt, bleibt der diesjährigen Arte Fiera (28. bis 31. Januar) fern.

Zehn deutsche Galerien reisen nach Bologna

Immerhin reisen aus Deutschland noch zehn Galerien an. Unter ihnen finden sich die Bolognatreuen Dorothea van der Koelen (Mainz-Venedig), die Düsseldorfer Beck & Eggeling und Rüdiger Voss, Robert Drees aus Hannover und Hollenbach aus Stuttgart. Aus den Nachbarländern halten Ben Brown (London), Guy Bärtschi (Genf), Jérôme de Noirmont (Paris) und Nikolaus Ruzicska (Salzburg) Bologna die Stange.

Im Hauptbereich sind nur noch 29 internationale Aussteller unter den insgesamt 163 anzutreffen. Ähnliches gilt für den Förderbereich der jungen Galerien. 31 inländischen Teilnehmern stehen acht ausländische Galerien gegenüber. Wenig einleuchtend ist die Entscheidung, die Zulassungszahl für Galerien mit weniger als fünf Jahren Ausstellungsaktivität von 29 auf 39 aufzustocken. Messeleiterin Silvia Evangelisti begründet dies mit den Schwierigkeiten, denen Galerien in den Startlöchern in Krisenzeiten ausgesetzt sind. Verwunderlich ist nur, dass unter den Neulingen nicht wenige alte Bekannte wiederzufinden sind: etwa die Berliner Mario Mazzoli und Kunstagenten, die zum dritten und zum vierten Mal die Förderkojen der Arte Fiera beziehen.

Anfänge eines weltweiten Galeriennnetzwerks

Andere Ausländer betreten den Bereich durch eine besondere Tür, nämlich durch die Mailänder Organisation "glow platform". Sie macht es sich zur Aufgabe, weltweit Galerien zu vernetzen. Bisher zählen zu dem Verband sieben Galerien: fünf Norditaliener und zwei Spanier. Sechs aus der Gruppe sind allein in Bologna auf der Messe vertreten.

35. Arte Fiera Art First, Bologna, 28. bis 31. Januar 2011

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