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13.01.2010

11:48 Uhr

Arte Fiera

Bologna-Messe verliert an Internationalität

VonEva Clausen

Die Turiner Kunstmesse Artissima läuft der Bologneser Konkurrenz Stück für Stück den Rang ab. Ein Indiz dafür ist die mittlerweile mangelnde Internationalität der Arte Fiera. Vor allem deutsche Galeristen scheinen das Interesse an Bologna verloren zu haben.

Cluadia Rogges "Das Paradies der Zaungäste" von der Galerie Voss. Diese setzt shcon zum zweiten Mal bei der Arte Fiera aus. Ga. Voss

Cluadia Rogges "Das Paradies der Zaungäste" von der Galerie Voss. Diese setzt shcon zum zweiten Mal bei der Arte Fiera aus.

ROM. Rivalität bestimmt das Verhältnis der Bologneser Arte Fiera, Italiens ältester Messe der modernen und zeitgenössische Kunst, zur jungen Artissima in Turin. Bisher schien die Turiner Veranstaltung nur bezüglich der Präsentation neuer Tendenzen für die große Schwester zur ernsthaften Konkurrenz zu werden. Die Arte Fiera verwies dabei auf ihre gewollt etablierte und gediegene Ausrichtung. Nun aber gräbt Turin Bologna auch das Wasser ab, was die Internationalität betrifft.

Über die Hälfte der 127 Aussteller der letzten Artissima im November kam aus dem Ausland, mit 26 Galerien war die deutsche die stärkste Fraktion. Bei der Arte Fiera, die vom 29. bis 31. Januar stattfindet, kommt hingegen nur knapp ein Viertel der 200 Teilnehmer aus dem Ausland. Vor allem deutsche Galeristen scheinen das Interesse an Bologna verloren zu haben. Im Hauptbereich sind nur sechs deutsche Teilnehmer anzutreffen, die alle seit Jahren Bologna die Treue halten: Beck & Eggerling (Düsseldorf), Dorothea van der Koelen (Mainz), die Stuttgarter Hollenbach und Michael Sturm, Stefan Röpke (Köln) und Rüdiger Voss (Düsseldorf), der zwei Runden ausgesetzt hat und nun wieder zur Arte Fiera zurückkehrt.

Als nationales Heimspiel mutet der Bereich der New Entries mit 23 italienischen von insgesamt 29 zugelassenen jungen Galerien an. Unter den wenigen "Ausländern" sind gleich zwei italienische Galeristen mit Niederlassung in Berlin: Davide Gallo, der zum vierten Mal das Privileg der Förderkoje für junge Galerien genießt, und Mario Mazzoli, zum zweiten Mal mit von der Partie. Das Steckenpferd von Mazzoli, Sohn des renommierten Galeristen der Transavantgarde, Emilio Mazzoli, sind Klang- und Videokunst, die es in Italien nicht einfach haben. Mazzoli hat mit den Klanginstallationen, etwa den "Klangschaften" von Martin Daske, eine Marktlücke aufgetan, die für ein breiteres Publikum interessant sein könnte.

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