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05.03.2014

12:34 Uhr

Artnet AG

Neuer Großaktionär gibt sich freundlich

VonStefan Kobel

In die Berliner Online-Plattform Artnet AG hat sich ein neuer Großaktionär eingekauft. Die polnische Abbey House Group S.A. hält 8,29 Prozent der Stimmrechte. Konkrete Pläne für eine Zusammenarbeit gibt es jedoch noch nicht

Die Berliner Artnet AG weckt Begehrlichkeiten. Stefan Kobel

Die Berliner Artnet AG weckt Begehrlichkeiten.

BerlinDie Artnet AG hat einen neuen Großaktionär. Die polnische Abbey House Group S.A. mit Sitz in Warschau hat 8,29 Prozent der Stimmrechte an dem Berliner Kunstmarktdienstleister erworben. Die Gruppe ist ein Hybrid aus Auktionshaus, Galerie und Kunstfonds. Ihr Geschäftsmodell ist in Polen umstritten, da sie Künstler in einer Art Angestelltenverhältnis arbeiten lässt, ohne dass diese von der Wertsteigerung ihrer Werke durch die Auktionen profitierten. Ebenfalls zum Unternehmen gehört das in Polen wichtige Magazin „Art & Business“.

Der Großteil des Aktienpakets stammt von Sergey Skaterschikov, der vor zwei Jahren einen feindlichen Übernahmeversuch unternommen hatte, der am Widerstand des Gründers, Hauptaktionärs und damaligen Vorstandsvorsitzendem Hans Neuendorf gescheitert war. Der Russe ist mit seiner Luxemburger Redline Capital Management S.A über eine Tochterfirma selbst erst kürzlich mit 6,14 Prozent bei Abbey House eingestiegen, nachdem er der Firma zuvor beim IPO geholfen hatte.

Freundliche Aktionäre

Jakub Kokoszka, CEO von Abbey House, erklärt gegenüber dem Handelsblatt, sein Unternehmen befinde sich im Umbruch und sehe die Beteiligung als Teil der Neuausrichtung: „Abbey ist kurz davor, seine neue Strategie zu präsentieren, die auf weltweite Kunstmedien fokussiert. Wir sind ein strategischer Investor mit einem Langzeithorizont. Wir sind freundliche Aktionäre und haben definitiv keine feindlichen Interessen.“ Zu den Plänen mit Artnet äußert Kokoszka sich vage: „Wir hoffen, mit diesem Unternehmen eine Beziehung aufzubauen, die es uns erlaubt, Dienstleistungen sowohl von Artnet als auch des ‚neuen’ Abbey wirksam einzusetzen.“

Jacob Papst, Vorstandsvorsitzender der Artnet AG. PR

Jacob Papst, Vorstandsvorsitzender der Artnet AG.

Jacob Pabst, Vorstandsvorsitzender von Artnet und Neuendorfs Sohn, begegnet seinem neuen Großaktionär angesichts der Vorgeschichte zurückhaltend: „Abbey House haben uns vor circa zwei Wochen zum ersten Mal kontaktiert. Konkrete Pläne für eine Zusammenarbeit gibt es nicht, und ich sehe heute auch nicht, woraus die bestehen könnte.“

Nicht nur Pabst ist skeptisch. Auch ein weiterer Großaktionär von Artnet sieht in der Transaktion ein Manöver Skaterschikovs: „Es gibt keinen unternehmerischen Hintergrund. Es ist lediglich ein Versuch, die Finanzierung und die Kursrisiken möglichst an andere weiterzugeben.“ Das erklärt allerdings nicht die Motivation von Abbey House. Deren Internetseite ist zurzeit eine Baustelle, verkauft sich aber für die Zukunft als vorurteilsfreier, faktenbasierter und digitaler „Global Leader in Art Business Intelligence“. Man darf gespannt sein.

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