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09.08.2013

17:19 Uhr

Artnet AG

Talfahrt verlangsamt

VonStefan Kobel

Die Geschäftszahlen der Artnet AG bieten keinen Grund zur Beruhigung. Noch immer liegt das Konzernergebnis leicht im Minus. Hoffnungen richten sich auf den Relaunch der Website. Das Auktionsgeschäft soll von einer neuen Preisstruktur profitieren.

Der Firmensitz der Artnet AG in Berlin Stefan Kobel

Der Firmensitz der Artnet AG in Berlin

BerlinDas Kunstmarktportal Artnet AG (WKN: A1K037) hat seine Talfahrt verlangsamt. Zumindest konnte die Hauptversammlung des Berliner Unternehmens am 8. August 2013 in geordneten Bahnen absolviert werden. Das war letztes Jahr noch anders. Da traf der feindliche Übernahmeversuch durch die Luxemburger Redline Capital S.A. des Oligarchen Vladimir Evthuschenkov auf eine chaotische Organisation und eine überforderte Versammlungsleitung (Handelsblatt Nr. 154 vom 10.08.2012 Seite 065).

In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Die Übernahme hat bekanntlich nicht stattgefunden. Die Aktie hat seitdem mehr als die Hälfte ihres Wertses verloren und dümpelt derzeit um 2,50 Euro. Zwei der drei Aufsichtsräte wurden ausgetauscht. Die Versammlung leitete Unternehmensgründer Hans Neuendorf (75), der nach nicht einmal einem Jahr vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechselte. Das zweite neue Mitglied des Gremiums ist Piroschka Dossi, eine alte Bekannte Neuendorfs und Autorin eines Buches über den Kunstmarkt. Der Übergang der Unternehmensleitung auf den Sohn Jacob Pabst (40) wurde selbst von den Kritikern unter den anwesenden Aktionären gelobt.

Es wird kein Geld mehr verbrannt

Bei den Geschäftszahlen hat sich jedoch nichts Wesentliches getan. Nach dem katastrophalen Ergebnis des Jahres 2012, das auf der Hauptversammlung kein Thema mehr war, interessierten die Anwesenden vor allem die aktuellen Zahlen und der Ausblick. Die Umsatzerlöse des ersten Halbjahres fielen gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 6,3 Prozent auf 6,65 Millionen Euro. Immerhin konnte das operative Ergebnis mit 31.000 Euro leicht ins Plus gedreht werden, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 436.000 Euro Verlust eingefahren wurden; das Konzernergebnis liegt mit 51.000 Euro immer noch leicht im Minus (2012 waren es 1,1 Millionen Euro). Damit verbrennt die Firma wenigstens kein Geld mehr. Dafür war es auch höchste Zeit, denn die liquiden Mittel von 1,18 Millionen Euro sind hauptsächlich einem Kredit und gestundetem Beraterhonorar von Hans Neuendorf zu danken.

Relaunch in Planung

Der Blick in die einzelnen Unternehmensbereiche kann nicht wirklich beruhigen. Die Erlöse der Preisdatenbank, das marktführende Instrument zur Recherche von Auktionspreisen, sind erneut leicht gesunken, von 2,53 Millionen auf 2,49 Millionen Euro, die Anzeigenerlöse von 611.000 auf 543.000 Euro. Das soll sich drastisch verbessern mit dem Relaunch der Webseite in neuem Design, der in mehreren Phasen ab November vollzogen werden soll, damit jedoch später als ursprünglich geplant.

Zuversicht wollte Pabst mit der Entwicklung des Galerienetzwerks verbreiten. Hier sind die Erlöse zwar minimal auf 2,44 Millionen Euro gesunken, doch drehte das Ergebnis vor Steuern deutlich ins Plus auf 507.000 Euro (Vorjahreszeitraum: 174.000) Euro. Verwundern musste jedoch seine Botschaft, mit 1.561 sei erstmals seit Jahren wieder ein Zuwachs bei den Mitgliedsgalerien zu verzeichnen gewesen. Auf Nachfrage aus dem Publikum wurde bestätigt, dass das Tief um 1.500 gelegen habe. In vorherigen Geschäftsberichten war hingegen nie von einem Stand unter 1.700 die Rede gewesen. Das neue Produkt Artnet Analytics hat sich offensichtlich so enttäuschend entwickelt, dass seine Umsätze nicht mehr gesondert ausgewiesen werden.

Kommentare (1)

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artnet

14.08.2013, 13:24 Uhr

Ein entscheidendes Manko ist doch bei artnet,Auctionata u.a.,daß sie die Kunstwerke kaum im Original durch Experten prüfen lassen.Desweiteren gilt es die Fernabnahmerichtlinie für online Geschäfte zu beachten.Binnen 14 Tagen kann der Kunde die ersteigerten Werke ohne Angabe von Gründen zurückgeben?

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