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10.01.2011

08:31 Uhr

ArtParis

Asiaten an der Seine

VonOlga Grimm-Weissert

Messe-Macher Lorenzo Rudolf hat seine Vision einer Plattform für alle Kunstsparten ad acta gelegt. Die ArtParis lässt er im März wieder im Format einer traditionellen Messe für Gegenwartskunst antreten. Der Schwerpunkt liegt auf der sich sprunghaft entwickelnden asiatischen Kunstszene.

Robert Smithsons berühmtes Land Art-Projekt "Spiral Jetty" (1970) in einer großformatigen Farbfotografie. Foto (Ausschnitt) Galerie Repetto/VG Bild-Kunst Galerie Repetto, Acqui Terme, Italien/VG Bild-Kunst

Robert Smithsons berühmtes Land Art-Projekt "Spiral Jetty" (1970) in einer großformatigen Farbfotografie. Foto (Ausschnitt) Galerie Repetto/VG Bild-Kunst

PARIS. Die Kunstmesse ArtParis lüftet sukzessive den Schleier der Galerieprojekte. Rund 100 Aussteller wird die zweitgrößte französische Messe für Gegenwartskunst vom 31. März bis 3. April im Grand Palais aufnehmen. Der Akzent wird auf der sich sprunghaft entwickelnden asiatischen Galerien- und Kunstszene liegen, da Messedirektor Lorenzo Rudolf parallel seine neue Messe Art Stage Singapur (13. bis 16. Januar) lanciert.

Die Galerie 10 Chancery Lane aus Hongkong zeigt den Tibetaner Gonkar Gyatso. Er setzt große Puzzle-Collagen aus Stickern der Popkultur zu Buddha-Darstellungen zusammen. Die in New York und Peking ansässige Galerie Eli Klein Fine Art entschied sich für eine ganze Auswahl chinesischer Künstler. Unter ihnen findet sich der 1989 aus China geflüchtete, aber inzwischen wieder in seine Heimat zurückgekehrte Zhang Dali. Seine Darstellung von Arbeitern, die aus den ländlichen Zonen Chinas in die Metropolen strömen, hatten wegen ihrer Grausamkeit bereits den Mega-Sammler Charles Saatchi beeindruckt.

Grimassierende Arbeiterköpfe

Zhang Dali ist auch bereits in Saatchis Sammlungs-Schau "Die Seidenstraße" in Lille vertreten. Hier zeigt er eine Rieseninstallation, in der die Körper der Migranten an den Füßen befestigt im Raum hängen. Zhang Dalis Installations-Serie "Heads", die im März auch auf der ArtParis zu sehen sein wird, besteht aus grimassierenden, aus Harz geformten Köpfe chinesischer Arbeiter-Migranten.

Das Angebot der italienischen Galerie Repetto wird historische Arbeiten der Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude sowie Arbeiten der Land-Art-Künstler Richard Long, Dennis Oppenheim und Andy Goldsworthy beinhalten. Robert Smithson ist mit einer Farbfotografie seiner berühmten "Spiral Jetty" vertreten.

Ein Sportwagen in Leder

Einen Seitenhieb auf die Konsum-und Überflussgesellschaft leistet sich der Pariser Künstler Philippe Pasqua, der von der Galerie Laurent Strouk, Paris vertreten wird. Er bezog einen Sportwagen der Marke Lamborghini mit bunt tätowiertem Leder. Sein Landsmann Bertrand Lavier, der gerne Luxuslimosinen umfunktionierte, stand hier wohl ebenso Pate wie der Belgier Wim Delvoye mit seinen tätowierten Schweinehäuten.

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