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10.12.2014

20:07 Uhr

Asiatika in Köln

Kampf um einen weißen Mönch

VonSabine Spindler

Die Sammlung Elbrecht mit chinesischem Porzellan und der zweite Teil der Netsuke-Sammlung Kolodotschko animierte bei Lempertz internationale Käufer. Van Hams erste Asiatika-Auktion punktet mit dem Fünffachen der Taxe für einen Rhinozerosbecher aus der Qing-Zeit.

Auf das Dreißigfache seiner Taxe kam die Figur des sitzenden Mönches Damo aus dem 17. Jahrhundert (Ausschnitt). Sie besteht aus Blanc-de-Chine-Porzellan und wurde für 868.000 Euro (inkl. Aufgeld) weitergereicht. Quelle: Lempertz

Auf das Dreißigfache seiner Taxe kam die Figur des sitzenden Mönches Damo aus dem 17. Jahrhundert (Ausschnitt). Sie besteht aus Blanc-de-Chine-Porzellan und wurde für 868.000 Euro (inkl. Aufgeld) weitergereicht. Quelle: Lempertz

KölnDer in sich ruhende Mönch Damo aus weißem Porzellan, der auf einem Felssockel hockt, hatte es vielen angetan. Als die knapp 35 cm hohe Blanc-de-Chine-Figur aus dem 17./18. Jahrhundert bei Lempertz aufgerufen wurde, begann ein langer Kampf zwischen Saal- und Telefonbietern. Erst bei einem Engagement von 856.000 Euro (alle Erlöse inkl. Aufgeld) konnte der auf 30.000 Euro taxierte Schutzpatron des Zen-Buddhismus aus der Sammlung Annelotte Elbrechts einem Käufer aus Peking zugeschlagen werden. Diese Sammlung mit 100 Porzellan- und Keramikobjekten bescherte dem Kölner Versteigerer am 5. Dezember 2014 einige gute Steigerungen. Für 49.600 Euro übernahm ein Händler aus Hongkong eine kleine, auf 12.000 Euro geschätzte Blanc-de-Chine-Kanne aus der Zeit um 1700. Von 7.000 auf 19.800 Euro kletterte ein handlicher türkisfarbener Weihrauchbrenner aus der Song-Zeit (960-1126).

Für 111.600 Euro (inkl. Aufgeld) fand ein in Schnitzlacktechnik gefertigter Stellschirm aus der Kangxi-Periode einen neuen Besitzer. Quelle: Lempertz

Für 111.600 Euro (inkl. Aufgeld) fand ein in Schnitzlacktechnik gefertigter Stellschirm aus der Kangxi-Periode einen neuen Besitzer. Quelle: Lempertz

An dem Gesamtumsatz von 4,1 Millionen Euro hatte der Erlös von 420.000 Euro für eine Buddha-Figur im Lotussitz (Shakyamuni) aus der Ming-Zeit keinen geringen Anteil. Die Bronze aus dem 16./17. Jahrhundert erwarb ein asiatischer Bieter aus Paris. In Frankreichs Hauptstadt geht ebenfalls ein Stellschirm aus der Kangxi-Periode (1662-1722) in Koromandel-Schnitzlack. Die 111.600 Euro teure Lackarbeit gehörte einst dem in Paris und New York tätigen Kunsthändler Didier Aaron.

Possierlicher Buddha

Etwa 40 Prozent der Verkäufe, so Lempertz Experte Erwin van Pruissen, bleibt in Europa; darunter auch ein heiß umkämpftes Porzellankännchen mit europäischer Vermeil-Montierung (feuervergoldete Bronze- oder Silbermontierung) aus der Wanli-Periode (1572-1670). Es wurde von 3.000 Euro auf stolze 93.000 Euro hoch gesteigert.

Zu 90 Prozent konnte Lempertz den zweiten Teil der Netsuke-Sammlung Kolodotschko absetzen. Die überwiegenden Erlöse im unteren vierstelligen Euro-Bereich wurden getoppt von 18.600 Euro für eine Elfenbeinfigur. Den possierlichen Hotei von 1845, einen fetten Buddha, sicherte sich der englische Handel.

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