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15.05.2014

15:41 Uhr

Asiatika

Moderate Taxen mit animierender Wirkung

VonSabine Spindler

Chinas Sammler sind wählerischer geworden. Investiert wird aber nach wie vor bei außergewöhnlichen, seltenen Stücken. Das signalisieren die Asiatika-Auktionen von Nagel in Stuttgart.

760.000 Euro (inkl. Aufgeld) investierte ein chinesischer Sammler für diese seltene Bronzefigur des Buddhas Amitayus aus der Kangxi-Periode (1662-1722). (Ausschnitt) Nagel Auktionen / Stuttgart

760.000 Euro (inkl. Aufgeld) investierte ein chinesischer Sammler für diese seltene Bronzefigur des Buddhas Amitayus aus der Kangxi-Periode (1662-1722). (Ausschnitt)

StuttgartWenn es um tibeto-chinesische Bronzen geht, kennen Chinesen momentan kein Halten. Das spiegeln erneut die Asiatika-Auktionen bei Nagel vom 7. bis 9. Mai 2014. Bei Skulpturen im vier- und fünfstelligen Taxenbereich waren Steigerungen auf das Dreifache und Vierfache fast an der Tagesordnung. Seinen Schätzpreis mehr als verdoppeln konnte das Spitzenlos des Stuttgarter Auktionshauses. 760.000 Euro (inkl. Aufgeld) investierte ein chinesischer Sammler für eine seltene Bronzefigur des Buddhas Amitayus aus der Kangxi-Periode (1662-1722). Das Nachsehen hatte eine Händlerin aus Hongkong. Der Käufer ist Nagel noch vom Herbst 2013 bestens in Erinnerung. Damals sicherte er sich für fast eine halbe Million Euro eine Guanyin-Figur aus der Mingzeit. Im Rahmen der Taxe ersteigerte ein chinesischer Sammler für brutto 250.000 Euro eine 500 Jahre alte Buddha-Figur des Shakyamuni mit intensiver meditativer Ausstrahlung.

Das Paar bronzene Lama-Figuren aus dem 18./19. Jahrhundert kletterte von 8.000 auf 173.000 Euro (inkl. Aufgeld). (Ausschnitt) Auktionshaus Nagel

Das Paar bronzene Lama-Figuren aus dem 18./19. Jahrhundert kletterte von 8.000 auf 173.000 Euro (inkl. Aufgeld). (Ausschnitt)

Animierende Wirkung haben bei Chinesen scheinbar günstige Taxen. In London hatte man vor gut einem Jahr das bronzene Paar stehender Lamas aus dem 18./19. Jahrhundert für 60.000 britische Pfund noch verschmäht. Jetzt wurden die schlanken Figuren aus einer Pariser Privatsammlung bei 8.000 Euro aufgerufen und erst bei brutto 173.000 Euro einem taiwanesischen Händler zugeschlagen. „Die Bronzen gehen ausnahmslos alle nach China, Hongkong oder Taiwan“, sagte Nagel-Experte Michael Trautmann im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Hunderte asiatischer Händler reisen persönlich an

Stuttgart ist Chinesen eine Reise Wert. Mehr als 50 Sammler waren neben mehreren hundert Händlern und Kunstvermittlern persönlich angereist. Das obere Preissegment aber scheint von einem festen Kreis beherrscht zu werden. Nicht ganz eine halbe Million Euro setzte ein Sammler aus Shanghai für eine kaiserliche, feuervergoldete Glocke von 1715 ein. Sie ist das zweite Stück aus einer einst 16-teiligen Glockenserie, die bei Nagel unter den Hammer kam. Für die zuvor angebotene Glocke hatte derselbe Käufer bereits brutto 535.000 Euro gezahlt.

Nagels Offerte war diesmal in Bezug auf Spitzenstücke dünner als zuvor. Zwölf Mal liegen die Erlöse im sechsstelligen Bereich. Mit einem Gesamterlös von 10,9 Millionen Euro (inkl. Aufgeld) fuhr das Stuttgarter Unternehmen ein Drittel weniger ein als im Herbst. Bei einer wertbezogenen Quote von 130 Prozent wurden lediglich 60 Prozent der etwa 2.500 Lose abgesetzt. Chinas Sammler sind wählerischer geworden. Die Investitionsbereitschaft aber ist bei außergewöhnlichen, seltenen Stücken nicht abgekühlt.

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