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24.10.2013

12:02 Uhr

Asiatika

Nachschub im Top-Segment wird schwieriger

VonSabine Spindler

Das Stuttgarter Auktionshaus Nagel bezieht noch immer 80 Prozent seiner Ware aus Privatsammlungen. Doch langsam wird das Angebot im oberen Preissegment knapper. Toplos der kommenden Session ist ein archaisches Ritualgefäß aus der Sammlung Julius Eberhardt.

Mit musealen Weihen und aus altem Privatbesitz: Große Bronze des Guanyin auf einem Lotos, China, Ming-Dynastie. (Ausschnitt) Nagel Auctions

Mit musealen Weihen und aus altem Privatbesitz: Große Bronze des Guanyin auf einem Lotos, China, Ming-Dynastie. (Ausschnitt)

StuttgartRekordsummen wie die 30,5 Millionen US-Dollar, die Sotheby´s kürzlich für eine tibetische Buddhafigur des 15. Jahrhunderts erzielte, schüren die Erwartungen. Denn auch der Stuttgarter  Versteigerer Nagel kann in seinen kommenden Asiatika-Auktionen vom 30. Oktober bis 2. November  mit einer außergewöhnlichen buddhistischen Bronzeskulptur aufwarten.

Bis 1970 war die superbe Guanyin-Figur aus der Ming-Dynastie noch im Besitz des Stuttgarter Linde-Museums; seit 1971 ist sie fest in Händen eines bayerischen Sammlers. Man hat noch vor dem Sotheby’s-Rekord taxiert. Das kontemplative Kunstwerk ist auf 150.000 bis 250.000 Euro geschätzt. Das Haus in Stuttgart hat schon manchen Millionenzuschlag eingefahren. Doch man bleibt skeptisch. Der Yongle-Buddha bei Sotheby´s war so etwas wie der Mount Everest der Skulptur. „Aber Engagements im oberen sechsstelligen Bereich sind durchaus für realistisch“, sagte Nagels Asiatika-Experte Michael Trautmann im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Starke Farbe, perfekte Form: kaiserliche Porzellanschale des 18. Jahrhundert. Nagel Auctions

Starke Farbe, perfekte Form: kaiserliche Porzellanschale des 18. Jahrhundert.

3.000 Lose in drei Tagen

Nagel ist mit fast 3.000 Losen wieder gut gerüstet für die immer noch unersättliche Kauflust der Chinesen. Hoch im Kurs stehen frühe blau-weiße Porzellane. Ein Einsatz von mindestens 200.000 Euro erfordert eine mit Chrysanthemen und Päonien dekorierte Vase aus dem 15. Jahrhundert. Die atemberaubende, melonengrüne Glasur und die formale Perfektion bestimmen das Limit eines kaiserlichen Porzellanschälchen des 18. Jahrhunderts: 40.000 Euro.

Seltenes zieht seine Kreise. Großes Interesse haben laut Trautmann bereits ein renommiertes amerikanisches Museum und das Palastmuseum in Peking für einen Satz von Kultbildern mit daoistischen Gottheiten und Wächterfiguren signalisiert. Die wie Szenen aus der Peking-Oper anmutenden Darstellungen aus dem 15./16. Jahrhundert sind auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt.

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