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15.12.2012

16:00 Uhr

Asiatika

Neue Nachfrage nach Japan und Tibet

VonSusanne Schreiber

Lempertz‘ Auktion asiatischer Kunst zeigte zwei Tendenzen: Die Chinesen kaufen jetzt auch Kunst aus Japan und Kunst aus Tibet.

Ein Paar Wächterhunde aus der Edo-Zeit: Auf 5000 Euro geschätzt, brachten sie am Ende 27.000 Euro. Quelle: Lempertz

Ein Paar Wächterhunde aus der Edo-Zeit: Auf 5000 Euro geschätzt, brachten sie am Ende 27.000 Euro.

Quelle: Lempertz

KölnJapanische Kunst ist eines der Spezialgebiete von Lempertz geblieben. Die meisten anderen Versteigerer haben diese Abteilungen verwaisen lassen. Neu ist, dass Chinesen japanische Elfenbeinarbeiten ersteigern. So erkämpfte sich ein Chinese ein reich dekoriertes Deckelgefäß aus Japans 19. Jahrhundert, das ihm erst bei 27.000 Euro zugeschlagen werden konnte. Das teuerste Netsuke, zwei Karpfen von Masanao aus Elfenbein, kostete 33.000 Euro. Unterbieter war ein Chinese. Angsteinflößende Wächter-„Hunde“ der Edo-Zeit aus Bronze verfünffachten ihren Schätzpreis auf 27.000 Euro.

„Neu ist auch das Interesse von Käufern aus Taiwan und Hongkong an tibetischer Kunst“, bemerkt Lempertz' neuer Leiter der Asien-Abteilung, Erwin van Pruissen. Gleich 13 Telefone kämpften um einen sinotibetischen Buddha Shakyamuni. Die kleine Bronzeskulptur verteuerte sich zügig von 9000 Euro auf 79.000 Euro. Bei 11.000 bot ein ungeduldiger Bieter statt 12.000 gleich 40.000 Euro an.

Die Abteilung Tibet/Nepal hatte auch eine Reihe bemerkenswerter Thangkas zu bieten, die sich im Saal anwesende Chinesen sicherten. Das außergewöhnlichste war ein Seidenbild mit einem lehrenden Buddha aus der Qianlong-Zeit. Ein Händler aus Taiwan musste 68.000 Euro dafür aufbieten.

Skulpturen aus Tibet und China verzeichnen steile Preise. Am teuersten wurde ein Bodhisattva aus Holz, vergoldet in der Qing-Zeit. Nach einem langen Wettstreit fiel er für 159.000 Euro an einen telefonisch bietenden Händler aus Taiwan. Ein bronzener Medizinbuddha aus der Ming-Zeit kletterte durch chinesisches Gebot auf 49.000 Euro.

Bei einer sparsam bemalten chinesischen Hängerolle mit einer Orchidee haben die Bieter mehr gewusst als der Katalogautor. Auf bescheidene 1 300 Euro geschätzt, kostete die traditionelle chinesische Tuschemalerei „In der Art von Zhu Da“ am Ende eines langen Bietgefechts einen Sammler aus Schanghai stattliche 51.200 Euro (brutto).

Teilweise gewaltige Sprünge bei niedrigen Taxen kennzeichnen Lempertz' 1006. Auktion. Indische Miniaturen, Malerei, Skulptur und Kunstgewerbe aus China und aus Japan spielten insgesamt 1,8 Millionen Euro ein. Die wertbezogene Zuschlagsquote der 916 Lose lag bei 124 Prozent, die losbezogene über 68 Prozent. Millionenpreise blieben aus.

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