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01.09.2016

15:37 Uhr

Auctionata

Kunst-Start-up krempelt die Branche um

VonStefan Kobel

Auctionata versteigert Kunst und Luxus live im Internet. Das Online-Auktionshaus steht in Konkurrenz zu etablierten Häusern wie Sotheby‘s und Christie‘s. Nun verpflichten die Berliner einen neuen Chef.

Das Online-Auktionshaus versteigert Kunst per Livestream. Auctionata Paddle8

Auctionata

Das Online-Auktionshaus versteigert Kunst per Livestream.

BerlinDer Kunstmarkt ist mit geschätzt 60 Milliarden US-Dollar eine kleine, aber sehr lukrative Branche. Ausgerechnet ein deutsches Start-up schickt sich an, im Onlinebereich, die Branche umzukrempeln.

Die 2012 gegründete Auctionata AG hat in vier Finanzierungsrunden laut dem Datendienst Crunchbase umgerechnet mehr als 95 Millionen US-Dollar Risikokapital eingesammelt. Die Berliner sind damit das weltweit am besten ausgestattete Tech-Unternehmen im Kunstmarkt.

Auctionata versteigert Kunst und Luxus per Liveübertragung aus dem eigenen Studio ins Internet neben klassischen Onlineauktionen, die ähnlich wie bei Ebay ein Ablaufdatum haben. Das Start-up steht damit in Konkurrenz zu den Onlineaktivitäten der etablierten großen Auktionshäuser Sotheby‘s und Christie‘s einerseits und Ebay andererseits.

Für die Expansion hat Auctionata nun einen neuen Chef verpflichtet. Mitgründer Alexander Zacke (50) gibt den Vorstandsvorsitz auf und wird Chief Marketplace Officer. Neuer CEO wird Thomas Hesse (49), der auf eine lange Karriere im Internet- und Mediengeschäft zurückblickt. Das Unternehmen will die Personalie an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Der Deutsch-Amerikaner Hesse war Vorstand bei der Bertelsmann und in vergleichbaren Positionen bei RTL in Luxemburg und Köln. Ihm zur Seite gestellt bei Auctionata wird mit Lucas Hülsmann (45) ein Finanzchef mit langjähriger Erfahrung bei Procter & Gamble.

Ein Gesamtmarkt von Hundert Milliarden Euro

Es ist überraschend, dass zwei Manager dieses Kalibers bei dem noch recht kleinen Unternehmen anheuern, spricht aber für die großen Pläne. Hesse bestätigt: „Das Unternehmen ist ja sehr erfolgreich und hat inzwischen einen Außenumsatz von 150 Millionen Dollar. Es hat eine sehr starke Präsenz in Europa und den USA, wo man viele Auktionen abgehalten hat. Jetzt muss man weitergehen und den Marktplatz durch das Thema Video weiterentwickeln.“

Man darf sich also auf eine Art Teleshopping-Kanal im Internet einstellen oder eher mehrere. Denn gehandelt wird bei Auctionata jetzt schon mit fast allem, was gesammelt wird. Hesse plant groß: „Ich glaube, dass wir in 15 bis 20 Jahren eines der führenden Häuser, der führende Marktplatz sein werden für das Thema Kunst und Luxury Goods.“ Den Gesamtmarkt schätzt er auf mehrere Hundert Milliarden Euro.

Allerdings wird er bei Auctionata auch Baustellen vorfinden. Gründer Zacke und seiner Frau Susanne waren in einem von Auctionata selbst in Auftrag gegebenen Gutachten bei KPMG Verstöße gegen das Versteigerungsrecht vorgeworfen worden. Darunter war der Vorwurf, dass die Unternehmen auf eigenen Auktionen widerrechtlich selbst geboten haben. Gleichwohl soll Zacke beim Marktplatz weiter mitwirken, sagt Hesse: „Herr Zacke wird als Gründer sicherlich mit mir und Herrn Hülsmann gemeinsam inhaltlich die Spitze abbilden.“

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