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08.08.2013

10:47 Uhr

Auktion

Dokumente von Oskar Schindler werden versteigert

Oskar Schindler hat im Zweiten Weltkrieg mehr als tausend Juden das Leben gerettet. In einer Online-Auktion werden nun seltene Dokumente des Industriellen versteigert.

Baupläne von Oskar Schindler. Seltene Dokumente des Unternehmers werden versteigert. Reuters

Baupläne von Oskar Schindler. Seltene Dokumente des Unternehmers werden versteigert.

New YorkMehrere seltene Dokumente des deutschen Industriellen Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg viele Juden vor dem Tod rettete, werden derzeit im Internet versteigert. Das US-Auktionshaus RR Auction erklärte am Mittwoch, bis zum 14. August würden unter anderem Baupläne für eine Erweiterung von Schindlers Emaillewarenfabrik in Polen angeboten. Die Unterlagen bezögen sich auf Unterkünfte für die Arbeiter der Fabrik, darunter viele Juden.

Außerdem werde ein von Schindler unterzeichnetes Begleitschreiben für einen polnischen Mitarbeiter aus dem Jahr 1944 angeboten, erklärte das Auktionshaus. Der Mitarbeiter sollte demnach den Umzug der Fabrik vom polnischen Krakau nach Brünnlitz (Brnenec) im heutigen Tschechien organisieren.

Der Holocaust-Historiker David Crowe von der Elon-Universität im US-Bundesstaat North Carolina unterstützte das Auktionshaus bei der Einordnung der Papiere. Sie schlössen bedeutende Lücken in der Geschichte Schindlers, sagte Crowe der Nachrichtenagentur AFP. Insbesondere der Begleitbrief für den Mitarbeiter zeige, dass der Industrielle früher als angenommen eine Erlaubnis der nationalsozialistischen Behörden erhielt, seine Fabrik – und damit auch seine jüdischen Mitarbeiter – zu verlegen.

Schindler rettete während des Nationalsozialismus mehr als eintausend Juden vor der Vernichtung, indem er sie über eine Namensliste als Arbeiter anforderte. Hollywood-Regisseur Steven Spielberg verfilmte die Geschichte 1993 unter dem Titel „Schindlers Liste“. Für ein Originalexemplar von Schindlers Namensauflistung, zur Auktion angeboten für mindestens drei Millionen Dollar (rund 2,3 Millionen Euro), fand sich im Juli kein Käufer.

Von

afp

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