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27.10.2012

09:47 Uhr

Melchior de Hondecoeters „Vogelkonzert“ (diese Vorschau zeigt einen Ausschnitt) kam auf 711.300 Euro. Dorotheum

Melchior de Hondecoeters „Vogelkonzert“ (diese Vorschau zeigt einen Ausschnitt) kam auf 711.300 Euro.

WienSowohl im positiven als auch im negativen Sinne liest sich die Bilanz der dritten Auktionswoche im Auktionshaus Dorotheum (16.-18. Oktober) anders als erwartet. Zum Auftakt bot man Gemälde des 19. Jahrhunderts feil, die mehrheitlich im Bereich der angesetzten Schätzwerte den Besitzer wechselten. Darunter etwa auch Emil Jakob Schindlers „Blick auf Ragusa“, für das der Einlieferer auch wegen der aktuellen Belvedere-Retrospektive wohl etwas mehr erhofft hatte: Mit 317.500 Euro (brutto) knapp über dem Limit verbleibt die Küstenlandschaft in Österreich - ein neuer Künstlerrekord immerhin.

Ein Titel, den das Dorotheum nunmehr auch für Vasili Andreyevich Golynsky beansprucht. Und das, obwohl die einschlägigen Kunstpreisdatenbanken nur ein einziges weiteres Golynsky-Werk verzeichnen. Der hinausposaunte Rekord ist also nur bedingt als Glanzleistung zu werten. Für 146.700 Euro wanderte „Ein heißer Sommertag“ als Titellos der Sparte jedenfalls Richtung USA ab.

Nach Russland reichte man wiederum Friedrich von Amerlings „Caritas“ weiter, eine Darstellung, für die seine Köchin Katharina Modell gesessen hatte. Die erste Version hatte sich 2008 ein asiatisches Museum via Sotheby's London für umgerechnet 43.240 Euro vom Markt gefischt. Bei der aktuell angebotenen zweiten Fassung setzte sich ein russischer Bieter gegen seinen asiatischen Konkurrenten erst bei 122.300 Euro durch. Eduardo Zampighis Idyll „Heitere Geschichten“ fand hingegen für 85.700 Euro und damit fast dem Doppelten der Taxe in Deutschland eine neue Heimat. Am Ende des Tages summierten sich die Zuschläge für das 19. Jahrhundert auf 2,5 Millionen Euro (2011: 3,4 Millionen). Die Verkaufsquote lag bei moderaten 55 Prozent.

Anderntags standen Gemälde Alter Meister auf dem Programm. Sie sollten wie stets den höchsten Anteil am Wochenumsatz liefern, bescherten jedoch auch dem Starlos von Canaletto eine bittere Niederlage: „The new horse guard“, gemalt in den 1750ern und taxiert auf zwei bis drei Millionen Euro, fiel durch. Zu hoch gegriffen, urteilte der Markt die wohl zu stark an den Erwartungen der Schweizer Besitzer orientierte Einschätzung des Dorotheums ab.

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