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12.02.2014

10:39 Uhr

Auktionsmarkt Frankreich

Umzug mit Signalwirkung

VonOlga Grimm-Weissert

Eine vornehme, neue Adresse und die Schwergewichte des Handels in der Nachbarschaft – so unterstreicht der Pariser Versteigerer Piasa seine Stellung unter den französischen Auktionshäusern.

Der Auktionator des Pariser Versteigerungsunternehmen Piasa, Frédéric Chambre Piasa, Paris

Der Auktionator des Pariser Versteigerungsunternehmen Piasa, Frédéric Chambre

ParisMit der Übernahme der großen Räume der Galerie Didier Aaron in der noblen Rue du Faubourg Saint-Honoré setzt das Pariser Auktionshaus Piasa ein Zeichen für seine Marktstellung. Der Versteigerer wird die 1.000 Quadratmeter der alteingesessenen  Antiquitäten- und Gemäldegalerie ab kommenden April beziehen. Das florierende Unternehmen platziert sich damit geografisch im „goldenen Dreieck“ von Christie's, Sotheby's und Artcurial-Briest-Poulain-F.Tajan. Die Auktionshäuser sind nur einige Gehminuten entfernt. Zusätzlich verfügt Piasa über den Bonus der Nachbarschaft mit dem Pariser Luxushotel Bristol und den besten Moderne-Galerien der Seine-Stadt. Eine Lage, die dem Ranking als fünftes Pariser Auktionshaus entspricht. Piasas Umsatz stieg im Jahr 2013 auf 36 Millionen Euro, eine Verbesserung von 33 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr.

Illustre Aktionäre

Zu den Aktionären von Piasa, das im Juni seine erste Auktionsserie abhält, zählt der derzeitige Außenminister Laurent Fabius. Das führt zu einer amüsanten Rochade auf dem Schachbrett des Kunstmarkts. Denn die Galerie Didier Aaron übernimmt die Räume der früheren Galerie Fabius Frères am Boulevard Haussmann im 8. Arrondissement, die seit dem Tod von François Fabius (dem Bruder des Ministers) 2006 leer standen. Weitere berühmte Aktionäre Piasas sind der Financier Marc Ladreit de Lacharrière, Gründer von Fimalac und Hauptaktionär der Ratingagentur Fitch, und der ehemalige Direktor des deutsch-französischen Senders Arte, Jérôme Clément.

Die Aktionärsgruppe übernahm Piasa von François Pinaults Familienholding Artémis. Ein erster Schritt zur Dynamisierung des Auktionshauses fand vor gut einem Jahr statt, als  Auktionator Frédéric Chambre schwungvoll die ideenreiche Design-Abteilung von Piasa begründete. Kurz zuvor hatte er plötzlich den Versteigerer Pierre Bergé & Associés verlassen, dessen Brüsseler Filiale er aufgebaut und geleitet hatte.

Imagebildendes Seine-Ufer

Die angemieteten Extraräume für Piasas Designauktionen befinden sich auf der linken Seine-Seite, ein Indiz für eine trendgerechtere Ausrichtung des Hauses. Piasa war tendenziell auf Traditionsware spezialisiert, was auch der vorjährige Jahresrekord des Auktionshauses von 1,2 Millionen Euro für eine Serie von vier feuervergoldeten Bronze-Kandelabern (1783/84) widerspiegelt.

Die Ausstellungs- und Auktionsräume am linken Seine-Ufer werden aufgegeben. Ebenso wie Piasas Büro- und Lagerräume in der Rue Drouot, gleich neben dem großen Versteigerungshaus Hôtel Drouot, wo Piasa bisher alle Versteigerungen abgehalten hatte. Hervé Aaron, Inhaber der Galerie Didier Aaron, verlegt seinen Wohnsitz aus steuerlichen Gründen nach New York, wo er seit Jahren eine Zweitgalerie auf den  Namen seines Vaters, Didier Aaron, führt.

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