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06.08.2014

08:25 Uhr

100-Millionen-Vergleich

Ecclestone kontert Kritik

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zahlt 100 Millionen Dollar und der Prozess gegen ihn wegen Bestechung wird eingestellt. Es hagelt Kritik von allen Seiten. Doch Ecclestone kontert, mit aller Gelassenheit.

Bernie Ecclestone: „Ich habe mich ein bisschen verliebt in München und seine Menschen.“ ap

Bernie Ecclestone: „Ich habe mich ein bisschen verliebt in München und seine Menschen.“

MünchenFormel-1-Chef Bernie Ecclestone hält Kritik an der Einstellung seines Schmiergeldprozesses für unangebracht. „Es sieht für mich so aus, als ob die Richter ihrer Meinung nach nicht wirklich eine andere Wahl hatten“, sagte der 83-Jährige der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Die Höhe der Geldauflage von 100 Millionen Dollar bedauert der Brite zwar, hat sich aber angesichts seines hohen Vermögens damit abgefunden. „Noch unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben. Eigentlich finde ich dieses kapitalistische System gut“, erklärte Ecclestone.

Nach der Einstellung des Prozesses um die angebliche Bestechung eines früheren Bayern-LB-Vorstands gilt der Formel-1-Geschäftsführer als unschuldig und als nicht vorbestraft. Er darf daher seinen Posten behalten. Die Zeit als Angeklagter habe ihn belastet, sagte Ecclestone. „Das war nicht lustig, jede Woche zwei, drei Tage in München zu sein.“

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Dennoch habe er Gefallen an der bayerischen Landeshauptstadt gefunden. „Ich habe mich ein bisschen verliebt in München und seine Menschen“, versicherte Ecclestone und fügte hinzu: „Ich würde gerne bald wieder nach München kommen, vielleicht zum Oktoberfest.“

Von

dpa

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