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24.01.2007

12:00 Uhr

103 Betroffene

Sudanese entführt Boeing in den Tschad

Statt in die Krisenregion Darfur ging es für 103 Menschen an Bord einer sudanesischen Linienmaschine am Mittwoch ins Nachbarland Tschad: Ein Sudanese zwang die Piloten mit einem Sturmgewehr, in die Hauptstadt N'Djamena zu fliegen. Dort gab der Kidnapper seine Geiseln frei und beantragte Asyl.

HB N'DJAMENA. Der Entführer habe beim französischen Botschafter um Asyl gebeten, berichtete ein Sprecher der Fluggesellschaft Air West am Mittwoch. Nach Darstellung eines Ministers des Tschad wurde der Kidnapper nach seinem Asylantrag festgenommen. Die Maschine sei sicher in N'Djamena gelandet und alle Passagiere sowie Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit. Der sudanesische Entführer habe die Boeing 737 rund 30 Minuten nach dem Start gekapert. Die Passagiere seien nicht bedroht worden und hätten von der Entführung nichts mitbekommen.

Das Flugzeug war am Vormittag in Khartum gestartet und sollte in die westsudanesische Stadt Al Fascher fliegen, die in der Region Darfur liegt. Air West ist eine private Fluggesellschaft mit Sitz in Khartum, die Inlandsflüge und internationale Frachtflüge betreibt. Auf europäischen Flughäfen haben Air-West-Maschinen aus Sicherheitsgründen keine Landerlaubnis.

Die Entführung droht die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten weiter zu belasten. Die Regierung in Khartum wirft dem Tschad vor, die Rebellen in der Krisenregion Darfur zu unterstützen. In den drei Jahren Bürgerkrieg flohen hunderttausende Menschen aus Darfur in den Tschad. Einen Plan der Vereinten Nationen ab, rund 22 000 Friedenssoldaten nach Darfur zu entsenden, lehnt die sudanesische Regierung ab.

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