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05.04.2014

16:03 Uhr

20. Todestag

Kurt Cobain lebt weiter

Zwanzig Jahre ist es her, dass sich Nirvana-Sänger Kurt Cobain in den Kopf schoss. Die Grunge-Legende verkörperte die Probleme einer desillusionierten Generation. Sein musikalisches Erbe lebt bis heute weiter.

Unvergessen: Kurt Cobain, der am 5. April 1994 Selbstmord begang. AFP

Unvergessen: Kurt Cobain, der am 5. April 1994 Selbstmord begang.

New YorkDer 5. April 1994 war ein Dienstag. Kurt Cobain, in zerrissener Jeans und Chucks-Sportschuhen, geht in das Gewächshaus auf seinem Grundstück. Er raucht ein paar Zigaretten und nimmt Heroin. Dann schiebt er sich die Mündung seiner Browning Auto-5 Selbstladeflinte in den Mund und drückt ab.

Der Schuss traf sinnbildlich eine ganze Generation. „Es war einer der dunkelsten, traurigsten Tage meines Lebens“, sagt der Journalist und Buchautor Charles R. Cross der Nachrichtenagentur dpa in New York. Cross arbeite mehr als fünfzehn Jahre lang als Editor des Musikmagazins „The Rocket“ in Seattle und erlebte den Aufstieg und das Ende von Nirvana mit.

Vor kurzem veröffentliche er mit „Here We Are Now“ ein Buch, dass Cobains Einfluss auf seine Generation und die Musikszene thematisiert. „Mit Kurt ist vielleicht der letzte große Rockstar von uns gegangen“, sagt Cross. „Es gibt keinen nach ihm, der dieses Charisma, diese Stimme und dieses Talent zum Schreiben von Songs in sich vereint.“

Die Musik von Cobain und seiner Rockgruppe Nirvana war Anfang der 90er Jahre zum Soundtrack einer verstörten Generation geworden. Ihr in Seattle geborener Stil hieß „Grunge“ (Schmutz) und war aggressiver Punkrock mit melodiösen Elementen.

Mit Songs über zerbrochene Liebe, Gewalt, Drogen und Hoffnungslosigkeit spielten sie sich zu den Wortführern einer desillusionierten Generation hoch. „Die Musik hat Menschen berührt, weil sie sich mit sehr komplexen, universellen Emotionen wie Angst und Schmerz auseinandergesetzt hat“, sagt Cross. „Das gab es vorher nicht. Vor Nirvana drehte sich die Musik um leichtere Themen.“

Zwanzig Jahre nach seinem Suizid ist der Mann mit den langen, strähnigen blonden Haaren eine Legende. In diesem Jahr wird Nirvana zum frühstmöglichen Termin in die Rock'n'Roll Hall of Fame eingehen. Die Regel besagt, dass Künstler 25 Jahre nach ihrer ersten Single oder Album aufgenommen werden können – bei Nirvana ist das mit ihrer Single „Love Buzz“ der Fall.

Wie wichtig Cobain für heutige Generationen ist, lässt sich zwar nur schwer quantifizieren. Die Plattenfirma Universal Music wollte auf Anfrage keine Verkaufszahlen nennen. Laut Wirtschaftsmagazin „Forbes“ löste Cobain 2006 jedoch kurzfristig Elvis Presley in der Liste der „am besten verdienenden Toten“ ab. Ende 2008 kam eine zerschmetterte Gitarre von ihm für 100 000 Dollar unter den Hammer.

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