Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2014

11:50 Uhr

200.000 Pfund Verlust

Der Fehlgriff des Harry-Potter-Stars

VonCarsten Herz

Ron-Weasley-Darsteller Rupert Grint verliert rund 200.000 Pfund mit einem Hotel und einem Café nahe seines Heimatortes. Doch er kann es verschmerzen: Sein Besitz wird auf 24 Millionen Pfund geschätzt.

Ausgezaubert: Rupert Grint macht Miese mit seinen Investitionen. AFP

Ausgezaubert: Rupert Grint macht Miese mit seinen Investitionen.

LondonEr ist das leicht verwirrte Kerlchen, der rothaarige Sonnenschein in einer von Folge zu Folge düsterer werdenden berühmten Kinoerfolgsreihe: In den Harry-Potter-Filmen spielte Rupert Grint elf Jahre lang den besten Freund des Titelhelden und damit einen der wichtigsten Mitstreiter des jungen Zauberlehrlings gegen die dunkle Macht des Lord Voldemort.

Die Rolle des etwas hasenfüßigen Ron Weasley machte den heute 26-Jährigen weltberühmt – und äußerst wohlhabend. Seit 2011 ist Schluss mit der Saga und Grint machte sich auf die Suche nach neuen Ufern – und nach Geldanlagen für sein Vermögen. Doch im realen Leben hat der britische Schauspieler mit seinen Geschäften bisher kein magisches Händchen bewiesen.

FAQ Harry Potter

Magische Zahl

Die Potter-Saga füllt sieben Bände: „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (deutsche Ausgabe 1998), „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (1999), „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (1999), „Harry Potter und der Feuerkelch“ (2000), „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (2003), „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (2005), „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2007).

Sprachzauber

Harry Potters Abenteuer wurden in 67 Sprachen übersetzt, die Bücher verkauften sich mehr als 400 Millionen mal.

Lesewunder

Von den deutschsprachigen Ausgaben gingen nach Angaben des Carlsen Verlags in Hamburg seit 1998 rund 31 Millionen Exemplare der Hardcover- und Taschenbuchausgaben über den Ladentisch. Damit dürften nur wenige Haushalte mit Kindern eine Potter-freie Zone sein.

Geldsegen

Der erste Harry-Potter-Film kam 2001 in die Kinos. Nach Angaben des Branchendienstes Box Office Mojo spielte er weltweit rund 975 Millionen US-Dollar ein. Alle Potter-Filme schafften es auf Platz eins der US-Kinocharts. Sie rangieren unter den 50 Filmen, die in den vergangenen Jahren das meiste Geld einspielten - über fünf Milliarden US-Dollar. Böse Zungen sprechen deshalb von „Harry Schotter“.

Kirchlicher Segen

Der Film „Harry Potter und der Halbblutprinz“ lief im Juli 2009 mit dem offiziellen Segen der katholischen Kirche an. Der Film zeige, dass das Gute über das Böse triumphieren sollte, lobte die Vatikanzeitung damals. Sogar an den Kuss-Szenen hatte die Kirche nichts auszusetzen.

TV-Bann

Die „Harry Potter“-Saga schlug die deutschen Fernsehzuschauer in ihren Bann: Bei der Ausstrahlung der ersten beiden Teile der Zauberer-Reihe waren im Winter 2010 jeweils mehr als neun Millionen Zuschauer dabei. Damit waren die Werke die meistgesehenen Kinofilme im deutschen TV der vergangenen fünf Jahre. Seit 2005 holte nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Media Control kein anderer Kino-Blockbuster solche Einschaltquoten.

Wortschöpfung

Der „Muggle“ gehört inzwischen zum offiziellen englischen Wortschatz. Die von Joanne K. Rowling erfundene Bezeichnung für Menschen ohne Zaubererblut wurde 2003 in die Neuauflage des „Oxford Dictionary of English“ aufgenommen.

Briefgeheimnis

Die britische Post brachte 2007 Briefmarken mit den Titelbildern aller sieben Harry-Potter-Bücher heraus.

Hardcore-Fan

In Berlin hat Saskia Preißner vor mehr als zehn Jahren zusammen mit ihrer Schwester den ersten großen deutschen Harry-Potter-Fanclub gegründet - samt Internetauftritt. Da war sie ein Teenager. Heute ist sie Mitte 20, und den Club gibt es immer noch. Die Bücher gefallen Preißner aber besser als die Filme. Streberin Hermine war ihr zum Beispiel im Kino immer viel zu hübsch.

Nun hat es sich ausgezaubert: Der 26-Jährige, um dem es nach dem Ende der Sage etwas stiller geworden ist, hat mit dem Kauf eines Hotel sowie eines Cafés im britischen Hertford trotz seines prominenten Namens in den letzten zwei Jahren rund 200.000 Pfund verloren.

Allein das Lokal „Rigsby’s Piano Cafe“ verbrannte in den letzten beiden Jahren rund 111.000 Pfund, wie aus dem Handelsregister des Vereinigten Königreiches hervorgeht, aus dem die britische „Sun“ am Donnerstag zitierte. Das dazugehörige Boutique-Hotel namens „Rigsby’s Guesthouse“, deren einziger Eigentümer Grint ist, entwickelte sich ebenfalls zum Groschengrab: Die Herberge kostete den Filmstar weitere 70.000 Pfund.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×