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12.12.2014

18:26 Uhr

27 neue Traditionen

Karneval und Brotkultur sind deutsches Kulturerbe

27 Traditionen und Wissensformen wurden in das deutsche Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen. Darunter das Chorsingen, der rheinische Karneval und die Brotkultur. Die Genossenschaftsidee könnte es noch weiter bringen.

Der rheinische Karneval ist als eine von 27 Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden. dpa

Der rheinische Karneval ist als eine von 27 Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden.

BerlinMehrere Traditionen wie das Chorsingen, der rheinische Karneval oder auch die Brotkultur sind in Deutschland als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden. Insgesamt 27 Traditionen und Wissensformen wurden in ein nationales Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin mitteilte. Die ebenfalls ausgewählte Genossenschaftsidee soll bei der UN-Kulturorganisation Unesco zudem für die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen werden.

Aus insgesamt 83 Vorschlägen wurden nach den Kriterien einer Unesco-Konvention die jetzt benannten 27 Kulturformen ausgewählt. Aus dieser Liste wiederum wurde mit der Genossenschaftsidee eine Tradition ausgewählt, die für die internationale „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ vorgeschlagen werden soll. Die Nominierung soll im März bei der Unesco eingereicht werden. Eine solche Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation sei bislang nicht auf den Unesco-Listen vertreten, erklärte die KMK.

In dem neuen bundesweiten Verzeichnis stehen unter anderem die Chormusik in deutschen Amateurchören, die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft sowie Orgelbau und Orgelmusik, aber auch der rheinische Karneval, die Passionsspiele in Oberammergau oder das Biikebrennen in Schleswig-Holstein. Auf die Liste schafften es auch die deutsche Brotkultur, die Flößerei und die Morsetelegrafie.

„Das bundesweite Verzeichnis ist ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt in Deutschland“, erklärte die amtierende KMK-Präsidentin, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bezeichnete das immaterielle kulturelle Erbe als „lebendige Alltagskultur“. Es solle dazu beitragen, „dass gelebte Traditionen, die das Selbstverständnis der Kulturnation Deutschland prägen, erhalten, fortgeführt und weiterentwickelt werden“.

Die Unesco unterstützt laut KMK seit 2003 den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 350 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt stehen demnach derzeit auf drei Unesco-Listen. Dazu zählen etwa der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin und die italienische Geigenbaukunst.

Deutschland ist erst seit 2013 Vertragsstaat. Die internationale Konvention sieht der KMK zufolge vor, dass jedes Beitrittsland zunächst ein nationales Verzeichnis erstellt. Die 27 Kulturformen, die ausgewählt wurden, können künftig für ihre nicht-kommerzielle Arbeit ein Logo unter dem Motto der deutschen Konvention „Wissen.Können.Weitergeben“ nutzen. Die nächste Bewerbungsrunde für das bundesweite Verzeichnis startet im Frühjahr 2015.

Von

afp

Kommentare (1)

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12.12.2014, 18:58 Uhr

So vielfältig die deutsche "politische" Landschaft heute ist - und vor allem Jahrtausende lang zuvor war (mit oder ohne Politik) - so vielfältig ist auch die Kultur, die sich vor allem auf lokaler Ebene abspielt.

Gibt es also kaum eine umfassende deutsche Kultur, wie soll es eine geben, die Europa zu umfassen geeignet wäre?

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