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05.01.2012

17:01 Uhr

30 Jahre Falkland-Krieg

Thatchers Konflikt schwelt noch immer

Die Briten können sich nicht entscheiden, ob die langjährige Premierministerin Margaret Thatcher verehrt oder verteufelt werden soll. Das gilt auch für den von ihr geführten Falkland-Krieg, der wieder Aktualität erlangt.

Margaret Thatcher bei einem Truppenbesuch auf den Falkland-Inseln. AFP

Margaret Thatcher bei einem Truppenbesuch auf den Falkland-Inseln.

Buenos Aires/London/DüsseldorfDer Falkland-Krieg von 1982 gilt unter Experten als ein Grund, warum Margaret Thatcher bei den Wahlen 1983 erneut triumphierte. Ihre kompromisslose Haltung bescherte ihr viele Sympathien – ein Mechanismus, der tief verankert im britischen Selbstverständnis als Weltmacht ist.

Der Konflikt um die Inselgruppe im Südatlantik wurde jedoch nie nachhaltig geklärt. Seit 1833 ist das Gebiet offiziell britisches Terrain und seit dem Sieg des Vereinigten Königreichs im Krieg gegen Argentinien wurden Ansprüche auf Falkland zumindest nicht mehr militärisch durchgesetzt. Doch jedes Jahr zum dritten Jahr bekräftigt Argentinien, dass die Inselgruppe Staatsterritorium sei. Und rund um den Jahreswechsel wurde der Ton verstörend scharf.

Argentinien hat Großbritannien zu Verhandlungen über den Konflikt aufgefordert. Das Außenministerium in Buenos Aires erklärte, Argentiniens Souveränitätsrechte über die Inselgruppe und die umliegenden Seegebiete seien „unverjährbar“. Der britische Premierminister David Cameron hatte in seiner Weihnachtsbotschaft betont, dass Großbritannien über die Zugehörigkeit der Falklands zu seinem Territorium nicht verhandele, es sei denn die Inselbewohner wünschten dies.

Zuvor hatte sich London besorgt über den Beschluss der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur geäußert, ihre Seehäfen für Schiffe unter der Flagge der zu Großbritannien gehörenden und in Lateinamerika Malvinas genannten Falkland-Inseln zu sperren. Der Mercosur-Gruppe gehört außer Argentinien, Brasilien und Uruguay auch der Binnenstaat Paraguay an. Assoziierte Mitglieder sind Ecuador, Kolumbien und Peru. Venezuela hat 2006 ein Mitgliedschaftsabkommen unterzeichnet, das allerdings noch nicht ratifiziert ist.

Großbritannien hatte die Falkland-Inseln am 3. Januar 1833 besetzt. Im April 1982 griff die Armee der argentinischen Militärjunta die Inselgruppe an und löste so den Falkland-Krieg mit Großbritannien aus, der mit einer Niederlage für das südamerikanische Land endete. Nach dem 74-tägigen bewaffneten Konflikt übernahm Großbritannien wieder die Kontrolle über die Inseln. Argentinien erneuert seinen Anspruch auf die Inselgruppe jedes Jahr aus Anlass des 3. Januar.

Großbritannien hatte Argentinien im vergangenen Jahr verärgert, als es Ölbohrungen in den Gewässern vor den Falklands zuließ. Von 2016 an wolle britische Firmen dort Erdöl fördern. Der künftige Thronfolger Großbritanniens, Prinz William, wird im nächsten Jahr als Hubschrauberpilot der Royal Air Force einen mehrwöchigen Einsatz auf einer Militärbasis auf den Falklands absolvieren.

Kommentare (1)

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ToMiGra

06.01.2012, 02:30 Uhr

Die Argentinier sollen erst mal ihre Hausaufgaben in Geschichtsunterricht machen bevor sie etwas fordern was sie nie wirklich besaßen, denn selbst in den Jahren von 1820-33 waren dort scheinbar nur ein paar US-Amerikaner aber keine Argentinier, zumal Argentinien damals noch kurz hinter „Malos“ Aires aufgehört und der Süden fast ausschließlich den Indigenen gehört hatte.
Dann müssten die arroganten Gauchos aber zugeben, dass sie weder politisch, noch geologisch, noch geographisch und schon gar nicht moralisch Anspruch auf die Falklands haben.
Würden sie die Ansprüche, die sie immer gerne an andere stellen an sich selbst anlegen, dann müssten sie zuerst mal ganz Patagonien den Mapuches zurückgeben und diese könnten evtl. Ansprüche auf die Inseln stellen.
Aber es geht der argentinischen Feudal-Oligarchie eh nur darum den eigenen (nicht den nationalen!) Geldbeutel mit den mutmaßlichen Rohstoffeinnahmen zu füllen.
Das Land ist sozial-gesellschaftlich, moralisch und industriell so verrottet und daher sucht die linksfaschistische CFK eben ein willkommenes Ventil und die Falklands bieten sich an, da hier quasi jeder einen irrationalen Nationalismus raushängt, der sich jedoch keineswegs in wahrer Heimatliebe widerspiegelt, denn Gemeinsinn bzw. Einsatz für das Gemeinwohl und Liebe zum Land, ganz speziell im Sinne von Umweltschutz gibt es nur von ganz wenigen – und diese scheren sich nicht um diese Inseln.

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