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11.05.2014

19:05 Uhr

40.000 Mann

Weltkriegsveteranen bauten geheime Armee auf

Lange hat der BND es geheim gehalten, nun ist es öffentlich: Nach 1949 haben ehemalige Offiziere von Wehrmacht und Waffen-SS eine Schatten-Armee in Deutschland aufgebaut. Und Adenauer soll davon gewusst haben.

Junge deutsche Soldaten werden im Zweiten Weltkrieg nach ihrer Gefangennahme von einem US-amerikanischen Soldaten bewacht. dpa

Junge deutsche Soldaten werden im Zweiten Weltkrieg nach ihrer Gefangennahme von einem US-amerikanischen Soldaten bewacht.

HamburgNach dem Zweiten Weltkrieg haben einem „Spiegel“-Bericht zufolge rund 2000 ehemalige Offiziere der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS den Aufbau einer geheimen Armee von rund 40.000 Mann betrieben. Die Aktion habe ab 1949 hinter dem Rücken von Bundesregierung und Öffentlichkeit stattgefunden, berichtete das Magazin am Sonntag unter Berufung auf freigegebene Unterlagen des Bundesnachrichtendiensts (BND). Hauptorganisator sei der spätere Bundeswehr-Heeresinspekteur Albert Schnez gewesen.

Waffen sollten dem Bericht zufolge im Ernstfall aus Beständen der Bereitschaftspolizei kommen. Das Netzwerk von Schnez warb demnach etwa Spenden bei Unternehmen ein und besprach mit Speditionen, welche Fahrzeuge diese zur Verfügung stellen konnten. Es habe auch einen sogenannten Abwehrapparat betrieben, der angeblich oder tatsächlich linksorientierte Bürger und Politiker wie den späteren SPD-Fraktionschef Fritz Erler bespitzelte.

Die konspirative Schnez-Truppe wollte sich laut „Spiegel“ bei einem sowjetischen Angriff zunächst ins Ausland absetzen und dann von dort aus die Bundesrepublik „freikämpfen“. Zugleich habe sie sich auf einen Einsatz im Inland gegen Kommunisten vorbereitet, für den Fall eines Bürgerkriegs. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) habe spätestens 1951 von der Schnez-Truppe erfahren und die Organisation Gehlen - den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND) - mit der „Betreuung und Überwachung“ der Schattenarmee beauftragt. Es sei unklar, warum Adenauer nicht schärfer reagiert habe.

Der „Spiegel“ beruft sich auf freigegebene Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes, die der Historiker Agilolf Keßelring eingesehen habe. Keßelring ist Mitarbeiter der unabhängigen Historikerkommission, die die Frühgeschichte des BND erforscht.

Von

afp

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