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16.05.2012

19:27 Uhr

Abgestürzter Superjet

Stimmenrekorder soll Aufklärung über Unglück bringen

Der sogenannte Cockpit Voice Recorder des abgestürzten russischen Passagierflugzeugs ist in Indonesien gefunden worden. Von der Auswertung erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die Absturzursache des Superjet 100.

Unglücksmaschine Suchoi Superjet

Black Box des SuperJets gefunden

Unglücksmaschine Suchoi Superjet: Black Box des SuperJets gefunden

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JakartaNach dem Absturz eines hochmodernen russischen Passagierjets in Indonesien hoffen die Ermittler auf die Auswertung von Gesprächen im Cockpit. Der sogenannte Cockpit Voice Recorder des Suchoi Superjets 100 sei am Dienstag entdeckt worden, sagte am Mittwoch ein indonesischer Behördensprecher. Dieser Teil der Black Box wurde in der Nähe des Hecks der Unglückmaschine gefunden.

Nach Angaben des Herstellers war der vor einer Woche mit mehr als 40 Passagieren abgestürzte russische Superjet 100 ein Ersatzflugzeug. Eine zunächst für Schauflüge in Zentralasien genutzte Passagiermaschine habe auf dem Weg von Kasachstan nach Pakistan wegen Triebwerksproblemen nach Russland zurückkehren müssen.

Das ist der Superjet 100

Kooperation mit Boeing

Der Superjet 100 des russischen Flugzeugherstellers Suchoi war von Anfang an auch für den westlichen Markt konzipiert. Im Jahr 2001 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing geschlossen. Boeing sollte Suchoi beraten.

Erster Passagierflug 2011

2006 bestellte Aeroflot als Erstkunde 30 Maschinen. Das Projekt wurde im selben Jahr offiziell Superjet 100 getauft. Der Erstflug erfolgte im Mai 2008. 2011 führte Aeroflot den ersten Passagierflug durch.

Platz für 110 Fluggäste

Der Superjet 100 kann bis zu 110 Passagiere aufnehmen. Ein Modell für 125 Passagiere ist angedacht. Der Superjet 100 ist ein zweistrahliges Regionalverkehrsflugzeug in Tiefdecker-Ausführung. Die Maschinen sollen in Russland vor allem die noch zahlreich eingesetzten Tupolew Tu-134 und Jakowlew Jak-42 ersetzen.

Absturz und Probleme

Bei einem Demonstrationsflug stürzte 2012 ein Flugzeug ab, alle 45 Insassen starben. Im selben Jahr wurden bei Aeroflot technische Probleme am Superjet 100 bekannt. Damals konnte nur ein Viertel der Maschinen im Flugbetrieb eingesetzt werden. Grund waren laut Aeroflot fehlende Ersatzteile und die Unzuverlässigkeit einzelner Komponenten. Ein Flug sei abgebrochen worden, weil die Klappen des Bugfahrwerks sich nicht geschlossen hätten, hieß es.

Kunden aus Russland und Asien

Neben der russischen Aeroflot ist die Billigfluggesellschaft Interjet aus Mexiko der wichtigste Kunde für den Superjet 100. Für VLM Airlines aus Belgien sollen bald zwei der Mittelstreckenjets fliegen. Daneben kommen die Kunden vor allem aus Russland oder Asien. Mehr als 150 Bestellungen sollen vorliegen.

Das teilte Suchoi am Mittwoch nach Angaben der Agentur RIA Nowosti in Moskau mit. Stattdessen sei ein identisches Reserveflugzeug nach Indonesien geschickt worden, um dort Interessenten vorgeführt zu werden.

Der fabrikneue Superjet 100 war am 9. Mai während eines Demonstrationsflugs in Indonesien aus bisher ungeklärter Ursache an einem Berg zerschellt. Der Flieger gilt als Hoffnungsträger und Prestigeprodukt der russischen Luftfahrtindustrie. Experten hatten aber immer wieder über technische Probleme an der Maschine geklagt.

Derweil geht die Suche nach dem Flugdatenschreiber weiter. Der sogenannte Cockpit Voice Recorder sei beschädigt, „aber wir hoffen, dass es noch funktioniert“, sagte der Chef der Rettungskräfte, Daryatmo, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt.

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