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22.05.2016

10:53 Uhr

Absturz von MS804

Ägyptens Militär zeigt Bilder und Video von Wrackteilen

Das ägyptische Militär hat auf Facebook Bilder hochgeladen, auf denen Wrackteile der abgestürzten Egypt-Air-Maschine zu sehen sind. Auch ein Video ist verlinkt. Zudem verdichten sich die Hinweise auf einen Brand an Bord.

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KairoDas ägyptische Militar hat auf ihrer Facebook-Seite Fotos hochgeladen, die die Wrackteile der abgestürzten Egypt-Air-Maschine zeigen. Zu sehen sind Sitze und Schwimmwesten sowie persönliche Gegenstände. Unter anderem ist auch der Schriftzug „Egypt Air“ zu erkennen. Zudem wurde ein YouTube-Video mit ähnlichem Inhalt auf der Seite verlinkt. Dort sieht man einerseits die Suchtrupps bei der Arbeit als auch die Wrackteile.

Auch nach Hinweisen auf einen möglichen Brand an Bord der Maschine bleibt die Ursache des Unglücks mit 66 Toten währenddessen weiter unklar. Die französischen Behörden bestätigten, vor seinem Absturz habe der Airbus A320 zahlreiche Störungsmeldungen gesendet, die auf ein Feuer an Bord schließen ließen.

„Die Meldungen erlauben jedoch keinerlei Rückschlüsse darüber, was den Rauch oder das Feuer an Bord ausgelöst haben“, sagte ein Sprecher der Behörde für Flugunfall-Untersuchungen BAE am Samstag. Die Störungsmeldungen ließen darauf schließen, dass Rauch im vorderen Teil des Flugzeugs registriert worden sei. Jetzt komme es darauf an, das Wrack und die beiden Flugdatenschreiber zu finden. Die BAE unterstützt die ägyptischen Behörden bei der Untersuchung des Absturzes.

Die Maschine der Egypt Air war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord nördlich von Alexandria ins Meer gestürzt. Schon wenige Stunden später wurde über einen Anschlag spekuliert, obwohl dafür kaum belastbare Beweise vorlagen. Bislang wurden weder das Wrack noch die Flugschreiber gefunden.

Die Flugdaten, die auf ein Feuer hindeuten, stammen aus dem automatischen System mit der Bezeichnung ACARS, das routinemäßig Wartungs- und Fehlermeldungen an die Fluggesellschaft sendet. Die Luftfahrt-Internetseite Aviation Herald veröffentlichte sieben dieser Störungsmeldungen, die in einem Zeitraum von drei Minuten gesendet worden seien. Darunter sind eine Rauchmeldung aus einer Toilette sowie aus dem Raum der Flugzeugelektronik, der sich unter dem Cockpit befindet. Die Daten gäben aber keinen Aufschluss über das Handeln der Piloten oder darüber, ob das Flugzeug in der Luft auseinandergebrochen oder als ganzes abgestürzt sei, sagte Flugexperten. Einer wies darauf hin, dass ein Feuer an Bord wahrscheinlich mehrere Störungsmeldungen oder Warnungen auslöse, eine plötzlich Explosion hätte ihm zufolge eher dazu geführt, dass gar keine Signale mehr gesendet worden wären.

Auch die französische Regierung warnte erneut vor voreiligen Schlüssen. Es würden weiter „alle Hypothesen“ zur Absturzursache geprüft, betonte Außenminister Jean-Marc Ayrault nach einem Treffen mit Hinterbliebenen in Paris. Keine Hypothese werde bevorzugt. Dass einige Medien und Beobachter aus den bisher bekannten Informationen schon „fast endgültige“ Schlüsse zögen, sei für die Angehörigen schwer zu ertragen.

Die ägyptische Marine sucht an der vermuteten Absturzstelle mit zahlreichen anderen Schiffen nach Überresten des Flugzeugs. Dabei wurden nach offiziellen Angaben Flugzeugtrümmer, Leichenteile und persönliche Gegenstände von Insassen gefunden. Ein Armeesprecher erklärte, bei den Flugzeugtrümmern handele es sich um Teile mit dem Logo der Fluggesellschaft sowie um eine gelbe Schwimmweste. Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA hat einer ihrer Satelliten einen zwei Kilometer langen Ölteppich im Mittelmeer ausgemacht. Er befinde sich etwa 40 Kilometer südöstlich der letzten bekannten Position des Flugzeugs.

Die ägyptische Regierung hatte am Donnerstag erklärt, dass sie einen Terroranschlag für die wahrscheinlichste Absturzursache halte – für das Land ist es der dritte schwere Zwischenfall seit Oktober. Damals wurde ein russisches Passagierflugzeug kurz nach dem Start in Scharm el-Scheich zum Absturz gebracht, vermutlich durch eine Bombe der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Im März entführte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Maschine der Egypt Air nach Zypern.

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