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30.06.2017

14:08 Uhr

Achtfacher versuchter Totschlag

Amokläufer soll eingesperrt bleiben

Im vergangenen März wütete am Düsseldorfer Hauptbahnhof ein Amokläufer und fügte sich und neun anderen Menschen teils schwerste Verletzungen zu. Der 37-Jährige wurde als schuldunfähig eingestuft – und bleibt eingesperrt.

Polizeibeamte am 09.03.2017 im Hauptbahnhof von Düsseldorf, wo ein mit einer Axt bewaffneter Mann mehrere Menschen verletzt hat. dpa

Düsseldorfer Hauptbahnhof

Polizeibeamte am 09.03.2017 im Hauptbahnhof von Düsseldorf, wo ein mit einer Axt bewaffneter Mann mehrere Menschen verletzt hat.

DüsseldorfDem mutmaßlichen Amokläufer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof wird achtfacher versuchter Totschlag vorgeworfen. Wegen einer schweren psychischen Krankheit soll der 37-Jährige zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft habe daher beantragt, den Mann dauerhaft in einer geschlossenen Psychiatrie unterzubringen, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Mann hatte den Ermittlern zufolge am 9. März mit einer Axt gewütet und neun Menschen und anschließend sich selbst verletzt. Vier Opfer erlitten lebensgefährliche Kopfverletzungen. Unter den Verletzten waren auch ein 13-jähriges Mädchen aus Düsseldorf und zwei italienische Touristinnen. Die Polizei hatte Amok-Alarm ausgelöst und Hunderte Beamte mobilisiert. Der Hauptbahnhof war stundenlang gesperrt worden.

Auf der Flucht war der mutmaßliche Täter aus Wuppertal anschließend von einer Eisenbahnbrücke mehrere Meter tief auf eine Fahrbahn gesprungen. Dabei zog er sich Knochenbrüche zu und wurde festgenommen. Sollte das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft zur Verhandlung zulassen, wird darüber nicht in einem Strafprozess, sondern in einem sogenannten Sicherungsverfahren entschieden.

Gegenüber der Polizei hatte der nicht vorbestrafte Mann angegeben, damit gerechnet zu haben, dass die Beamten ihn erschießen würden. Die Beamten hatten daher nicht ausgeschlossen, dass er in suizidaler Absicht seine Tötung provozieren wollte. In seiner Wohnung fanden Polizisten ein ärztliches Attest, das ihm eine „paranoide Schizophrenie“ bescheinigte.

Von

dpa

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