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15.10.2013

12:35 Uhr

Affäre um Tebartz-van Elst

Kretschmann fordert Rücktritt von Limburger Bischof

In der Finanzaffäre um Franz-Peter Tebartz-van Elst wünscht sich der baden-württembergische Ministerpräsident einen Rücktritt des Bischofs. Die Katholische Jugend hingegen hat ihrerseits schon Konsequenzen gezogen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Forderung nach dem Rücktritt des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. dpa

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Forderung nach dem Rücktritt des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Berlin/Fulda/StuttgartBaden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den in einen Finanzskandal verwickelten Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zum Rückzug aufgefordert. „Ich wünsche mir, dass der Bischof zurücktritt“, sagte Kretschmann, der auch Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken ist, am Dienstag in Stuttgart.

Der Bischof hält sich derzeit in Rom auf, um mit Papst Franziskus zu sprechen. Die Kosten seiner Residenz hatten sich von ursprünglich 2,5 Millionen auf zuletzt mindestens 31 Millionen Euro erhöht. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, weilt zu Gesprächen in Rom.

Kretschmann ist nicht der Einzige, der sich klar gegen den Bischof stellt. Auch die Katholische Jugend zieht Konsequenzen. Der Verband hat die Zusammenarbeit mit Tebartz-van Elst aufgekündigt. Aus Sicht der Mitglieder der katholischen Jugend in Limburg sei eine Katastrophe eingetreten, sagte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Tänzler, am Dienstag dem rbb-Hörfunksender radioeins. „Und sie sagen ganz deutlich: Wir können uns nicht vorstellen, mit dem Bischof weiter zusammenzuarbeiten.“ Zur Zukunft des Bischofs sagte Tänzler: „Ich hoffe, dass er in der Tat für sich Konsequenzen zieht (...).“

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller warf den Kontrollorganen im Bistum Limburg vor, versagt zu haben. „Man staunt wirklich, dass ein solches Palais entsteht und keiner merkt, was hier an Summen verbaut wird“, sagte Schüller im Bayerischen Rundfunk. Unter den Vorgängerbischöfen sei im Bistum Limburg immer eine seriöse und konservative Finanzpolitik betrieben worden, sagte Schüller, der Referent des früheren Limburger Bischofs Franz Kamphaus war. Dieses seriöse Image sei jetzt „mit einem Schlag komplett zerstört“ worden.

Und nicht nur das Image des Bistums leidet. Auch andere Bischöfe beklagen einen Stimmungswechsel. Der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen sagte: „Die Stimmung gegenüber uns Bischöfen ist negativ.“ Auf seinem Flug nach Rom sei er vor kurzem von mehreren Menschen angesprochen worden: „Teilweise haben mir die Kommentare den Atem verschlagen, die Stimmung kippt auch manchmal ins Irrationale“, sagte er der „Fuldaer Zeitung“ (Dienstag).

Nach seinem Eindruck sei die Affäre in Limburg ein willkommener Anlass, die Kirche insgesamt zu kritisieren. Die Geschehnisse in Limburg wollte Algermissen nicht bewerten: „Ich kenne den Sachverhalt nicht. Und unter uns Bischöfen ist es nicht üblich, dass man über jemand anderen spricht. Die Sache ist dramatisch und verfahren genug.“ Tebartz-van Elst kenne er seit 14 Jahren, er verstehe sich mit ihm „menschlich gut“.

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dpa

Kommentare (38)

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Bergmann

15.10.2013, 12:47 Uhr

Quatsch! Schüller sagt Unsinn!
Der vom Vorgänger! geplante Umzug des Bischofsitzes !!!! mit den dann nötigen vielen Neubauten plus viele Denkmälersanierungen !!!! kostet nun mal mehr als 2.5 Millionen.
Es wird hier Schwachsinn geredet!

hansblick

15.10.2013, 12:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

anno

15.10.2013, 12:52 Uhr

Möge auch Herr Kretschmann einst einen gnadenlosen Richter finden, der ihn dem Anschein nach und ohne Kenntnis der Begleitumstände verurteilt!
Das geht auch ohne Gott, falls bei Kretschmann mal eine vergessene Spesenrechnung auftaucht.

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