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04.08.2013

16:39 Uhr

Afghanistan

Acht tote Kinder bei Anschlag auf indisches Konsulat

Die Angreifer hatten es auf indische Diplomaten in Afghanistan abgesehen - stattdessen ermordeten sie Kinder beim Koranstudium. Die Taliban dementieren, dass die Attentäter aus ihren Reihen stammen.

Passanten tragen den Sarg eines Opfer des Anschlags. dpa

Passanten tragen den Sarg eines Opfer des Anschlags.

KabulBei einem Selbstmordanschlag auf das indische Konsulat in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind acht Kinder in einer nahe gelegenen Moschee getötet worden. Auch ein erwachsener Zivilist und die drei Attentäter seien ums Leben gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Nangarhar, Scharifullah Amin. 22 Menschen seien bei dem Anschlag am Samstag in der Provinzhauptstadt verletzt worden. Aus der indischen Botschaft in Kabul hieß es, Inder seien nicht zu Schaden gekommen. Die Wucht der Detonation habe lediglich die Fensterscheiben des Konsulats zerstört.

„Das Ziel der Attentäter war das indische Konsulat in Dschalalabad, aber sie wurden von der Polizei rund 100 Meter vor dem Konsulat erkannt und zündeten ihren Sprengstoff in der Nähe einer Moschee“, sagte Amin. In dem Gotteshaus seien Kinder zum Koranstudium versammelt gewesen.

Einen Tag nach dem Angriff wurde in Dschalalabad ein Anschlag auf den Chefankläger Nangarhars verübt. Dabei wurden 16 Menschen verletzt, darunter auch Staatsanwalt Abdul Kajum, wie die Provinzregierung mitteilte. Das Fahrzeug Kajums sei am Sonntag in Dschalalabad in eine Sprengfalle geraten.

Die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Anschlag auf das Konsulat zurück. Die indische Regierung verurteilte die Tat und erhob indirekt Vorwürfe gegen Pakistan. „Dieser Angriff hat ein weiteres Mal gezeigt, dass die Hauptbedrohung für Afghanistans Sicherheit und Stabilität vom Terrorismus und der Terrormaschinerie herrührt, die weiterhin von jenseits der Grenze aus arbeitet“, teilte das Außenministerium in Neu Delhi mit.

Die pakistanische Regierung verurteilte den Anschlag ebenfalls und kondolierte den Hinterbliebenen. Terrorismus sei „der gemeinsame Feind“ der Länder in der Region, teilte das Außenministerium mit. Der pakistanische Militärgeheimdienst ISI wird seit Jahren verdächtigt, afghanische Aufständische wie die Taliban zu unterstützen. Auch das US-Außenministerium verurteilte die „sinnlose Gewalt“.

Die indische Botschaft in Kabul war 2008 und 2009 zum Ziel von Selbstmordanschlägen geworden. Insgesamt wurden dabei mehr als 70 Menschen getötet. 2008 waren unter den Toten auch vier Inder. Indien ist traditionell ein Gegner der Taliban, deren Ende 2001 gestürztes Regime vom indischen Erzfeind Pakistan protegiert wurde. Pakistan kritisiert die indischen Konsulate in den Grenzstädten Dschalalabad und Kandahar als Horchposten.

Die Vereinten Nationen hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan im ersten Halbjahr 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wieder um 14 Prozent angestiegen sei. Für die meisten der 1319 Toten machten die UN Aufständische wie die Taliban verantwortlich.

Die Taliban warnten die ausländischen Truppen am Samstag vor der geplanten Nato-Folgemission in Afghanistan nach dem Auslaufen des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014. „Wir akzeptieren die Anwesenheit ausländischer Invasionssoldaten unter keinen Umständen“, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid nach der Mitteilung. Die Kämpfe gegen die internationalen Truppen würden dann fortgesetzt.

Von

dpa

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