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04.07.2011

21:24 Uhr

Afghanistan

Tod eines Soldaten überschattet Cameron-Besuch

Der Tod eines britischen Soldaten wirft viele Fragen auf und wirbelt die Besuchspläne des englischen Ministerpräsidenten James Cameron durcheinander.

Der Tod des Soldaten überschattete den Überraschungsbesuch des britischen Ministerpräsidenten David Cameron in Afghanistan. Quelle: Reuters

Der Tod des Soldaten überschattete den Überraschungsbesuch des britischen Ministerpräsidenten David Cameron in Afghanistan.

Laschkar Ga/Afghanistan Ein in Südafghanistan vermisster britischer Soldat ist nach Angaben der britischen Regierung tot aufgefunden worden. Der Mann sei erschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Taliban hatten zuvor erklärt, der Soldat sei während eines Gefechts mit NATO-Truppen am Montag im Bezirk Babadschi in der Provinz Helmand verschleppt und kurz darauf im Kreuzfeuer ums Leben gekommen.

Die NATO hatte dies zunächst nicht bestätigt und erklärt, nach dem Vermissten werde weiter gesucht. Von einem Gefecht in der Gegend sei nichts bekannt.

Der Tod des Soldaten überschattete einen auf zwei Tage angesetzten Überraschungsbesuch des britischen Ministerpräsidenten David Cameron in Afghanistan. Vor Ort will Cameron einen geplanten Teilabzug der britischen Streitkräfte diskutieren. Am Mittwoch soll er vor dem Parlament erklären, wie viele der derzeit 9.500 Soldaten in die Heimat zurückbeordert werden sollen - vermutlich um die 500. Weitere 450 Soldaten, die mit einem zeitlich begrenzten Mandat nach Afghanistan geschickt wurden, rücken bis Februar ab.

Wegen der Suche nach dem vermissten Soldaten wurde Camerons Besuch in einem britischen Außenlager sowie ein Treffen mit dem Gouverneur der Provinz Helmand in dessen Residenz in Laschkar Ga abgesagt. „Als ich ankam, sagte ich: „Macht euch keine Mühe, mich durch die Provinz Helmand zu fliegen. Nutzt alles was ihr habt, um den Mann zu finden'“, sagte Cameron im britischen Hauptlager Camp Bastion.

Hauptaufgabe ist die Sicherheit

Die britischen Truppen sollten vor allem sicherstellen, dass Afghanistan für seine eigene Sicherheit sorgen könne, sagte Cameron vor Soldaten. Der britische Oberbefehlshaber General David Richards erklärte, es sei nicht das Ziel bis Ende 2014 den Aufstand zu beenden, sondern dafür zu sorgen, dass die einheimischen Einheiten das selbst tun können.

Taliban greifen pakistanischen Kontrollposten an

Bei einem Überfall auf einen Kontrollposten in Pakistan töteten afghanische Taliban am Montag einen Soldaten. An dem Angriff waren etwa 60 Islamisten beteiligt, wie die pakistanische Regierung mitteilte. Der scheidende Oberbefehlshaber der Koalitionstruppen in Afghanistan, General David Petraeus, erklärte, der Krieg werde sich in den kommenden Monaten zunehmend in den Osten des Landes nahe der Grenze zu Pakistan verlagern.

Immer mehr Spezialkräfte würden ebenso wie Geheimdienstler und die Luftwaffe ihren Einsatz allmählich auf den Kampf gegen Aufständische in Ostafghanistan konzentrieren, erklärte Petraeus. Zwischenfälle an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan haben die Spannungen zwischen beiden Staaten beim Vorgehen gegen Extremisten jüngst verschärft.

Gegenseitige Vorwürfe

Der Regierung in Islamabad zufolge haben Islamisten aus Afghanistan im vergangenen Monat mindestens 55 Angehörige der Sicherheitskräfte und von Stammespolizeien getötet. Afghanische Behörden wiederum machen geltend, bei hunderten Raketenangriffen aus Pakistan seien seit Mai mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen.

Bei dem jüngsten Überfall in der Stammesregion Bajur am Montag wurden nach Angaben der pakistanischen Regierung ein Soldat und zwei Extremisten getötet. Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff und sprachen von 20 getöteten Soldaten. Die Angreifer seien aus Afghanistan gekommen, sagte ein Sprecher telefonisch der Nachrichtenagentur AP.

 

 

Von

dpa

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