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04.01.2015

13:40 Uhr

Air-Asia-Absturz

Schlechtes Wetter behindert die Suche

Die Bergungsarbeiten in der Java-See gehen nur schleppend voran. Die Flugschreiber des vor einer Woche zwischen Indonesien und Singapur abgestürzten Flugzeugs von Air Asia konnten noch immer nicht geborgen werden.

Indonesische Polizisten sichten die aus dem Meer geborgenen Reste des Air-Asia-Flugzeugs. ap

Indonesische Polizisten sichten die aus dem Meer geborgenen Reste des Air-Asia-Flugzeugs.

SurabayaHohe Wellen und starke Strömungen haben am Sonntag die Suche nach Wrackteilen und den Flugschreibern des abgestürzten Air-Asia -Passagierflugzeugs erschwert. In dem Gebiet der Java-See sei ein fünftes großes Flugzeugteil lokalisiert worden, sagte Einsatzchef Fransiskus Bambang Soelistyo. Das größte Teil sei rund 18 Meter lang. Der Airbus A320-200 war am vergangenen Sonntag mit 162 Insassen abgestürzt. Er befand sich auf dem Weg von Indonesien nach Singapur und geriet dabei in eine Gewitterzone. Mehrere Leichen wurden inzwischen geborgen. Überlebende gibt es nicht. Die Absturzursache ist noch unbekannt. Aufschluss darüber können erst die Flugschreiber geben, die aber noch nicht geborgen wurden. Wegen schlechten Wetters und der damit verbundenen starken Strömung mussten Taucher ihren Einsatz abbrechen.

Das Flugzeug war rund 40 Minuten nach dem Start in der zweitgrößten indonesischen Stadt Surabaya plötzlich vom Radar verschwunden, nachdem der Pilot um die Erlaubnis gebeten hatte, einem Sturm in größere Höhe auszuweichen. Aus Kreisen der Ermittler verlautete, Radardaten deuteten auf einen „unglaublich“ steilen Steigflug kurz vor dem Absturz hin. Dies könnte das Flugzeug an seine Belastungsgrenze gebracht haben.

Der meteorologische Dienst Indonesiens erklärte, auf der Flugroute herrschten an dem Tag sehr schlechte Wetterbedingungen. Sie könnten durchaus zu dem Absturz beigetragen haben.

Schwarzes Jahr für die zivile Luftfahrt

Schwarzes Jahr

Bei Luftfahrtkatastrophen waren in diesem Jahr zuvor bereits mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als drei Mal so viele Menschen bei Flugzeugunglücken wie im gesamten Jahr 2013. Laut der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln war 2013 aber auch ein besonders sicheres Jahr: Bei 17 Unfällen starben insgesamt 224 Menschen. Zwischen 2003 und 2012 starben bei Flugzeugunglücken demnach im Schnitt jährlich 703.

Quelle: AFP

8. März

Die schwarze Serie beginnt am 8. März: Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines verschwindet 50 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur Richtung Peking von den Radarschirmen. An Bord von Flug MH370 sind 227 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Trotz einer gigantischen Suchaktion fehlt bis heute jede Spur von der Maschine. Vermutet wird, dass sie in den Indischen Ozean stürzte.

17. Juli

Rund vier Monate später trifft es erneut Malaysia Airlines: Am 17. Juli stürzt über der umkämpften Ostukraine eine Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord ab. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Vermutet wird, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23. Juli

Sechs Tage nach dem Crash der Malaysia-Airlines-Boeing kommen in Taiwan 48 Menschen ums Leben, als ein Passagierflugzeug der TransAsia Airways bei stürmischem Wetter nach einem missglückten Landemanöver abstürzt. Zehn der 58 Insassen überleben das Unglück.

24. Juli

Nur einen Tag später verschwindet eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier. Das Wrack der McDonnell Douglas 83 wird in Mali entdeckt. Von 118 Menschen an Bord überlebt keiner das Unglück. Paris vermutet schlechtes Wetter als Unglücksursache.

28. Dezember

Acht Monate nach dem Verschwinden von Flug MH370 bricht erneut jeder Kontakt zu einem malaysischen Passagierflugzeug ab. Ein Flugzeug der Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von der indonesischen Insel Java nach Singapur von den Radarschirmen. Zuvor hatte der Pilot des Airbus A320-200 die indonesische Luftverkehrskontrolle wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten. Wenige Tage später werden Leichen und Trümmerteile entdeckt.

Unterdessen geriet die Fluggesellschaft immer stärker ins Visier der Ermittler. Alle Flugpläne des Unternehmens würden überprüft, kündigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Jakarta an. „Es ist möglich, dass Air Asia die Lizenz in Indonesien entzogen wird“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund ist ein mutmaßlicher Verstoß gegen die Flugplan-Regelungen. Denn die Maschine hätte am Sonntag eigentlich nicht fliegen dürfen, weil Air Asia den offiziellen Angaben zufolge nur die Flugerlaubnis für vier andere Wochentage besitzt. Am Freitag hatte das Ministerium dem Billigflieger deswegen den Betrieb der Unglücksroute von Surabaya nach Singapur bis auf weiteres verboten.

Die Ermittler untersuchten auch, wer die Starterlaubnis gab und warum, sagte der Sprecher. Zudem werde überprüft, ob sich der Pilot vor dem Start über die Wetteraussichten informiert hatte.

Von

rtr

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