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30.12.2014

13:16 Uhr

Air-Asia-Flug QZ 8501

Vermisster Airbus gefunden – erste Leichen geborgen

Am Dienstagmorgen wurden erste Wrackteile entdeckt, jetzt ist klar, dass die Absturzstelle des Air-Asia-Fluges gefunden wurde. Mehr als 40 Leichen wurden bereits geborgen. Über die Ursache gibt es neue Spekulationen.

Air-Asia-Flug

Absturz bestätigt: Rettungskräfte bergen dutzende Leichen

Air-Asia-Flug: Absturz bestätigt: Rettungskräfte bergen dutzende Leichen

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Surabaya/Jakarta/MünchenDas Schicksal der zwei Tage lang gesuchten Air-Asia-Maschine ist geklärt: Das seit Sonntag in Indonesien vermisste Flugzeug ist vor Borneo ins Meer gestürzt. Die Luftwaffe fand am Dienstag ein großes Trümmerfeld und Leichen, nur zehn Kilometer von der Stelle entfernt, wo der Radarkontakt mit dem Airbus A320 abgebrochen war.

Die Ermittler gehen davon aus, dass alle 162 Menschen an Bord ums Leben gekommen sind. Der Leiter der Rettungskräfte und die Fluggesellschaft bestätigten am Abend (Ortszeit), dass die gefundenen Teile zu der Maschine gehörten.

„Es tut uns leid, dass wir unter so tragischen Umständen zusammenkommen“, sagte Sunu Widyatmoko, Chef von Air Asia Indonesia. „Unser Mitgefühle gilt den Familien und Freunden der Menschen an Bord von QZ8501“. „Ich bin am Boden zerstört“, sagte der Chef der Air-Asia-Gruppe, Tony Fernandes.

Schwarzes Jahr für die zivile Luftfahrt

Schwarzes Jahr

Bei Luftfahrtkatastrophen waren in diesem Jahr zuvor bereits mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als drei Mal so viele Menschen bei Flugzeugunglücken wie im gesamten Jahr 2013. Laut der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln war 2013 aber auch ein besonders sicheres Jahr: Bei 17 Unfällen starben insgesamt 224 Menschen. Zwischen 2003 und 2012 starben bei Flugzeugunglücken demnach im Schnitt jährlich 703.

Quelle: AFP

8. März

Die schwarze Serie beginnt am 8. März: Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines verschwindet 50 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur Richtung Peking von den Radarschirmen. An Bord von Flug MH370 sind 227 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Trotz einer gigantischen Suchaktion fehlt bis heute jede Spur von der Maschine. Vermutet wird, dass sie in den Indischen Ozean stürzte.

17. Juli

Rund vier Monate später trifft es erneut Malaysia Airlines: Am 17. Juli stürzt über der umkämpften Ostukraine eine Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord ab. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Vermutet wird, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23. Juli

Sechs Tage nach dem Crash der Malaysia-Airlines-Boeing kommen in Taiwan 48 Menschen ums Leben, als ein Passagierflugzeug der TransAsia Airways bei stürmischem Wetter nach einem missglückten Landemanöver abstürzt. Zehn der 58 Insassen überleben das Unglück.

24. Juli

Nur einen Tag später verschwindet eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier. Das Wrack der McDonnell Douglas 83 wird in Mali entdeckt. Von 118 Menschen an Bord überlebt keiner das Unglück. Paris vermutet schlechtes Wetter als Unglücksursache.

28. Dezember

Acht Monate nach dem Verschwinden von Flug MH370 bricht erneut jeder Kontakt zu einem malaysischen Passagierflugzeug ab. Ein Flugzeug der Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von der indonesischen Insel Java nach Singapur von den Radarschirmen. Zuvor hatte der Pilot des Airbus A320-200 die indonesische Luftverkehrskontrolle wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten. Wenige Tage später werden Leichen und Trümmerteile entdeckt.

Die Luftwaffe hatte am Mittag die ersten Wrackteile im Meer entdeckt, darunter etwas, das wie eine Notrutsche aussah, und mögliche Teile einer Flugzeugtür. Kurz darauf wurden Leichen gesichtet. Spezialisten seilten sich von Hubschraubern ab, um die Toten zu bergen. Schiffe waren in der Region unterwegs, um die Trümmerteile an Bord zu nehmen.

Die Bergungskräfte suchten gleichzeitig nach den Blackboxen der Maschine, die Aufschluss über die letzten Minuten an Bord geben können. Der Pilot hatte eine Gewitterfront gemeldet, aber keinen Notruf abgesetzt.

Ein indonesisches Marineschiff hat bereits mehr als 40 Leichen aus dem Meer geborgen. Ein Marinesprecher sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP, die Leichen seien an Bord des Kriegsschiffs „Bung Tomo“ gebracht worden, die Bergungsarbeiten dauerten an. Auch zum Teil mehrere Meter lange Wrackteile wurden geborgen.

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