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28.12.2014

14:03 Uhr

Air-Asia-Jet vermisst

Wo ist Flug QZ 8501?

Ein malaysisches Flugzeug mit 162 Passagieren ist verschollen. Die Suche wurde nach zwölf Stunden unterbrochen. Die Behörden vermuten das Schlimmste. Erinnerungen an das mysteriöse Verschwinden von MH370 werden wach.

Absturz wahrscheinlich

Air-Asia-Maschine mit 162 Menschen vermisst

Absturz wahrscheinlich: Air-Asia-Maschine mit 162 Menschen vermisst

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JakartaIn der Nähe einer Gewitterfront ist am Sonntagmorgen in Südostasien ein Passagierflugzeug der malaysischen Air-Asia 42 Minuten nach dem Start vom Radar verschwunden: Flug QZ8501 mit 162 Menschen an Bord war auf dem Weg vom Airport Juanda in Surabaya in Indonesien nach Singapur. Die Flugroute des Airbus A320-200 führte fast ausschließlich über Meer.

„Wir wagen nicht zu spekulieren, was passiert ist, außer, dass der Kontakt abgebrochen ist“, sagte der amtierende Generaldirektor für Transport, Djoko Murjatmodjo. Im letzten Funkspruch um 6.13 Ortszeit (0.13 Uhr MEZ) habe der Pilot um Erlaubnis gebeten, wegen einer Gewitterfront nach links abdrehen und von 32.000 auf 34.000 Fuß (rund 10.300 Meter) steigen zu dürfen. „Die Besatzung bat um eine Routenänderung wegen schlechten Wetters, bevor der Kontakt zur indonesischen Flugkontrolle verloren ging“, teilte die Airline mit. Ein Notsignal von Flug QZ8501 habe es aber nicht gegeben. Indonesien und Singapur starteten eine Suche mit Flugzeugen. Diese wurde jedoch am Sonntagabend Ortszeit nach zwölf Stunden wegen Dunkelheit unterbrochen. Die Aktion werde am Montagmorgen (6 Uhr Ortszeit) bei Tageslicht fortgesetzt, erklärte die zuständige Behörde. Einige Boote hielten in der Javasee aber weiter Ausschau nach dem vermissten Jet, teilten die Behörden mit.

Die Such- und Rettungsbehörde in Indonesien geht Medienberichten zufolge davon aus, dass das Flugzeug abgestürzt ist. Das Wrack werde 145 Kilometer vor der Insel Belitung vermutet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf den Sprecher der Behörde Basarnas. Allerdings fanden Suchflugzeuge und -Schiffe dort zunächst keine Wrackteile. Singapur unterstützte die Rettungskräfte des Nachbarlandes bei der Suche.

Je länger die Suche ergebnislos blieb, desto stärker wurden die Erinnerungen an Flug MH370: Die Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord war im März weiter nördlich vom Radar verschwunden. Sie stürzte wahrscheinlich Stunden später im Indischen Ozean ab. Was an Bord vorging, ist eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Die Maschine wurde trotz monatelanger Suche bis heute nicht gefunden. Bei Flug QZ 8501 war die Lage allerdings anders: Es gab Hinweise auf die Schlechtwetterfront.

Das Verschwinden von Air Asia Flug 8501

Start

Flug Air Asia 8501 hebt am Sonntagmorgen um 05.31 Uhr Ortszeit (23.31 Uhr MEZ) vom Flughafen Surabaya ab und nimmt Kurs auf Singapur.

Quelle: AP

Letzter Funkkontakt

Der Pilot und die Bodenkontrolle der indonesischen Luftfahrtbehörden haben um 06.31 Uhr letztmals Kontakt. Der Pilot bittet um Erlaubnis, den Kurs nach links zu ändern und auf eine Höhe von 34.000 Fuß (10.360 Meter) zu steigen, um Wolken zu umfliegen. Ein Notsignal aus dem Cockpit gab es jedoch nicht, wie Djoko Murjatmodjo sagte, Indonesiens amtierender Generaldirektor für Transport.

Kein Kontakt mehr

Nach Angaben der Fluggesellschaft Air Asia ist der Airbus A320-200 zum Zeitpunkt des letzten Kontakts auf der vorgesehenen Flugroute. Nach Murjatmodjos Worten wird vermutet, dass der Flieger über der Javasee verschwand, und zwar zwischen Tanjung Pandan auf der Insel Belitung und Pontianak auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo.

Suche startet

Die drei umliegenden Staaten Indonesien, Singapur und Malaysia starten eine Suchmission. Drei indonesische Flugzeuge werden zur mutmaßlichen Stelle des Verschwindens entsandt, Singapur stellt zwei C-130-Flugzeuge.

Angehörige am Flughafen

Dutzende Angehörige der Menschen an Bord des vermissten Flugzeugs strömen zum Flughafen Surabaya und warten in einem Raum gemeinsam auf Nachricht.

Air-Asia-Chef meldet sich via Twitter

Der malaysische Chef von Air Asia, Tony Fernandes, meldet sich über Twitter zu Wort: „Danke für eure Gedanken und Gebete. Wir müssen stark bleiben.“ Später kündigt er an, selbst nach Surabaya zu reisen.

Für die in Malaysia ansässige Billigfluglinie Air-Asia ist es der erste derartige Vorfall. Nach ihren Angaben handelt es sich um einen erfahrenen Piloten mit rund 6.100 Flugstunden. An Bord waren nach einer Erklärung der Airline neben Pilot und Co-Pilot fünf Mitarbeiter in der Kabine und 155 Passagiere, darunter 16 Kinder und ein Baby. 155 Menschen sind Indonesier, unter den Opfern sind zudem drei Südkoreaner, ein Singapurer, ein Malaysier, ein Brite sowie ein Franzose, gab die Airline bekannt. Die Fluggesellschaft informiert laufend auf einer eigens eingerichteten Internet- sowie über ihre Facebook-Seite.

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

29.12.2014, 08:47 Uhr

und morgen kommen die ersten Stimmen mit der Behauptung daher, war es wieder putin? wetten?

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