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01.01.2015

14:43 Uhr

Air-Asia-Katastrophe

Experten vermuten Notlandung auf dem Wasser

Warum stürzte der Air-Asia-Airbus ins Meer? Gelang dem Piloten noch eine Notlandung auf dem Wasser? Antworten könnte der Flugschreiber der verunglückten Maschine liefern – doch dessen Bergung gestaltet sich schwierig.

Die Suche der Bergungskräfte wird durch schlechtes Wetter behindert. Reuters

Die Suche der Bergungskräfte wird durch schlechtes Wetter behindert.

Pangkalan Bun/SurabayaDem Piloten der verunglückten Air-Asia-Passagiermaschine ist möglicherweise eine Notlandung auf dem Wasser gelungen. Das Flugzeug mit 162 Menschen an Bord sei wahrscheinlich noch intakt gewesen und erst danach wegen der hohen Wellen untergegangen, sagte der frühere indonesische Verkehrsminister Jusman Syafii Djamal.

Flugkapitän Iriyanto, ein erfahrener Ex-Luftwaffenpilot, habe es geschafft, mit dem Airbus A320-200 auf der Meeresoberfläche zu landen, sagte auch der Chefredakteur des Fachblatts „Angkasa“, Dudi Sudibyo, der Nachrichtenagentur AFP. Die Notfunkbake, der sogenannte Emergency Locator Transmitter (ELT), habe offenbar kein Signal gefunkt, weil „es bei der Landung keinen größeren Aufprall gab“.

Schwarzes Jahr für die zivile Luftfahrt

Schwarzes Jahr

Bei Luftfahrtkatastrophen waren in diesem Jahr zuvor bereits mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als drei Mal so viele Menschen bei Flugzeugunglücken wie im gesamten Jahr 2013. Laut der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln war 2013 aber auch ein besonders sicheres Jahr: Bei 17 Unfällen starben insgesamt 224 Menschen. Zwischen 2003 und 2012 starben bei Flugzeugunglücken demnach im Schnitt jährlich 703.

Quelle: AFP

8. März

Die schwarze Serie beginnt am 8. März: Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines verschwindet 50 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur Richtung Peking von den Radarschirmen. An Bord von Flug MH370 sind 227 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Trotz einer gigantischen Suchaktion fehlt bis heute jede Spur von der Maschine. Vermutet wird, dass sie in den Indischen Ozean stürzte.

17. Juli

Rund vier Monate später trifft es erneut Malaysia Airlines: Am 17. Juli stürzt über der umkämpften Ostukraine eine Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord ab. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Vermutet wird, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23. Juli

Sechs Tage nach dem Crash der Malaysia-Airlines-Boeing kommen in Taiwan 48 Menschen ums Leben, als ein Passagierflugzeug der TransAsia Airways bei stürmischem Wetter nach einem missglückten Landemanöver abstürzt. Zehn der 58 Insassen überleben das Unglück.

24. Juli

Nur einen Tag später verschwindet eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier. Das Wrack der McDonnell Douglas 83 wird in Mali entdeckt. Von 118 Menschen an Bord überlebt keiner das Unglück. Paris vermutet schlechtes Wetter als Unglücksursache.

28. Dezember

Acht Monate nach dem Verschwinden von Flug MH370 bricht erneut jeder Kontakt zu einem malaysischen Passagierflugzeug ab. Ein Flugzeug der Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von der indonesischen Insel Java nach Singapur von den Radarschirmen. Zuvor hatte der Pilot des Airbus A320-200 die indonesische Luftverkehrskontrolle wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten. Wenige Tage später werden Leichen und Trümmerteile entdeckt.

Der frühere Luftwaffenkommandeur Chappy Hakim schloss sich dieser Analyse an. Er gehe davon aus, dass „das Flugzeug nicht in der Luft explodierte“. Bei der Landung sei die Maschine offenbar nicht zerstört worden. Darauf deute auch der Zustand der bislang geborgenen Leichen hin.

Ex-Verkehrsminister Djamal hält es für möglich, dass nach der Notlandung die Evakuierung der Maschine eingeleitet wurde. Darauf könnten die Einstiegstür und eine Notrutsche hinweisen, die an der vermuteten Unglücksstelle im Meer gefunden wurden. „Womöglich haben hohe Wellen das Flugzeug und dessen Spitze erfasst und zum Sinken gebracht“, erklärte Djamal.

Flug QZ8501 war am Sonntagmorgen auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur kurz nach dem Start vom Radarschirm verschwunden. Das Flugzeug war in einer Höhe von 32.000 Fuß unterwegs, als der Pilot wegen des schlechten Wetters darum bat, seinen Kurs ändern zu dürfen. Die Flugkontrolle untersagte es dem Piloten wegen des dichten Flugverkehrs aber, seine Flughöhe anzupassen.

Einige Experten vermuteten, dass das Flugzeug abstürzte, weil es langsam flog oder zu steil aufstieg. Wieso der Pilot keinen Notruf absetzte, ist bislang ungeklärt. Erst die Flugschreiber werden wohl endgültig Aufschluss über die Unglücksursache geben können.

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