Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2015

15:34 Uhr

Air-Asia-Katastrophe in der Java-See

QZ8501 vor Absturz in rasantem Steigflug

Radaraufzeichnungen geben ein klareres Bild vom Absturz der Air-Asia-Maschine vor Indonesien. Der Airbus befand sich in einem ungewöhnlich rasanten Steilflug. Einen Anschlag hatten die Ermittler bereits ausgeschlossen.

Indonesische Ermittler untersuchen das Heck der abgestürzten AirAsia-Maschine. AFP

Indonesische Ermittler untersuchen das Heck der abgestürzten AirAsia-Maschine.

Jakarta vor ihrem Absturz vor Indonesien hat sich die Air-Asia-Maschine nach Behördenangaben in einem ungewöhnlich rasanten Steigflug befunden. Dann sei es offenbar zu einem Strömungsabriss gekommen, sagte der indonesische Verkehrsminister Ignasius Jonan unter Berufung auf Radaraufzeichnungen am Dienstag in Jakarta. Einen Anschlag als mögliche Absturzursache hatten die Ermittler zuvor bereits ausgeschlossen.

„In den letzten Minuten stieg die Maschine mit einer Geschwindigkeit über normal“, sagte der Minister. Dann sei der Steigflug plötzlich „abgerissen“.

In einer Parlamentsanhörung hatte Jonan zuvor bereits ausgeführt, dass der Airbus A320 kurz vor dem Absturz um 1800 Meter pro Minute aufgestiegen sei. „Ich denke, dass es selbst bei einem Kampfjet selten vorkommt, dass er 6000 Fuß (1800 Meter) pro Minuten steigt“, sagte der Minister; bei einem Passagierflugzeug seien schon „1000 bis 2000“ Fuß als außergewöhnlich anzusehen.

Das Verschwinden von Air Asia Flug 8501

Start

Flug Air Asia 8501 hebt am Sonntagmorgen um 05.31 Uhr Ortszeit (23.31 Uhr MEZ) vom Flughafen Surabaya ab und nimmt Kurs auf Singapur.

Quelle: AP

Letzter Funkkontakt

Der Pilot und die Bodenkontrolle der indonesischen Luftfahrtbehörden haben um 06.31 Uhr letztmals Kontakt. Der Pilot bittet um Erlaubnis, den Kurs nach links zu ändern und auf eine Höhe von 34.000 Fuß (10.360 Meter) zu steigen, um Wolken zu umfliegen. Ein Notsignal aus dem Cockpit gab es jedoch nicht, wie Djoko Murjatmodjo sagte, Indonesiens amtierender Generaldirektor für Transport.

Kein Kontakt mehr

Nach Angaben der Fluggesellschaft Air Asia ist der Airbus A320-200 zum Zeitpunkt des letzten Kontakts auf der vorgesehenen Flugroute. Nach Murjatmodjos Worten wird vermutet, dass der Flieger über der Javasee verschwand, und zwar zwischen Tanjung Pandan auf der Insel Belitung und Pontianak auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo.

Suche startet

Die drei umliegenden Staaten Indonesien, Singapur und Malaysia starten eine Suchmission. Drei indonesische Flugzeuge werden zur mutmaßlichen Stelle des Verschwindens entsandt, Singapur stellt zwei C-130-Flugzeuge.

Angehörige am Flughafen

Dutzende Angehörige der Menschen an Bord des vermissten Flugzeugs strömen zum Flughafen Surabaya und warten in einem Raum gemeinsam auf Nachricht.

Air-Asia-Chef meldet sich via Twitter

Der malaysische Chef von Air Asia, Tony Fernandes, meldet sich über Twitter zu Wort: „Danke für eure Gedanken und Gebete. Wir müssen stark bleiben.“ Später kündigt er an, selbst nach Surabaya zu reisen.

Bei den Untersuchungen zu dem Absturz gehen die Ermittler inzwischen einem möglichen Pilotenfehler oder einem technischen Defekt als wahrscheinlichsten Ursachen nach. Die „Möglichkeit eines Flugzeugschadens und menschliche Faktoren“ stünden im Fokus der Untersuchung, sagte Nurcahyo Utomo vom Verkehrssicherheitskomitee. Ein Terroranschlag wurde bereits ausgeschlossen. Auf dem Stimmenrekorder seien „keine andere Person und keine Explosion“ zu hören gewesen.

Zur Zeit des Unglücks am 28. Dezember herrschte auf der Flugroute Sturm. Nach Angaben der indonesischen Behörden bat der Pilot die Flugsicherung darum, in größere Höhe aufsteigen zu dürfen. Wegen starken Flugverkehrs erhielt er zunächst keine Erlaubnis. Kurze Zeit darauf brach der Kontakt zum Cockpit ab. Das schlechte Wetter wurde von der indonesischen Wetterbehörde als ein möglicher Faktor ins Feld geführt – obwohl andere Flugzeuge die Region problemlos passierten.

Der Air-Asia-Airbus mit der Flugnummer QZ8501 war auf dem Weg von Surabaya auf der Insel Java nach Singapur mit 162 Menschen an Bord abgestürzt. Bislang wurden 53 Leichen geborgen. Experten vermuten, dass sich die meisten Opfer noch in der Passagierkabine befinden. Diese wurde zwar inzwischen gesichtet, konnte wegen der rauen See aber noch nicht geborgen werden.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×