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30.12.2014

15:44 Uhr

Air-Asia-Tragödie

Forderungen nach Echtzeit-Tracking werden lauter

Der Absturz des Air-Asia-Flugzeugs hat die Debatte um Echtzeit-Tracking neu entfacht. Bereits seit dem Verschwinden des Flugs MH370 von Malaysia Airlines fordern Experten den Einsatz einer speziellen Satellitentechnik.

Die Nutzung einer Livestream-Datenübertragung hätten Experten zufolge bei den Flugzeugunglücken von Flug MH370 und QZ8501 Wrackteile und Black Boxes zumindest „rechtzeitig“ gefunden werden können. dpa

Die Nutzung einer Livestream-Datenübertragung hätten Experten zufolge bei den Flugzeugunglücken von Flug MH370 und QZ8501 Wrackteile und Black Boxes zumindest „rechtzeitig“ gefunden werden können.

SingapurDie Katastrophe der vor Borneo abgestürzten Maschine des malaysischen Billigfliegers AirAsia gibt der Forderung nach Echtzeit-Tracking von Flugzeugen neuen Auftrieb. Luftfahrtexperten setzten sich bereits nach dem rätselhaften Verschwinden des Flugs MH370 von Malaysia Airlines im März dafür ein, Passagiermaschinen mit einer speziellen Satellitentechnik auszustatten, die Daten während des Flugs direkt weiterleitet. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) der UNO schloss sich der Forderung an, gab aber keine Zeitleiste für die Umrüstung vor.

Technisch gesehen ist die Umrüstung Experten zufolge kein Problem. Die Frage sei eher, ob die zum Teil seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Fluggesellschaften bereit seien, die damit verbundenen Kosten zu tragen.

Die meisten kommerziellen Flugzeuge verfügen über eine als Black Box bezeichnete orangefarbene Kiste. Darin befinden sich der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder. Der Flugdatenschreiber zeichnet in der Regel die Daten der vergangenen 25 Stunden auf – von der Flughöhe über die Geschwindigkeit und den Kurs bis hin zu Angaben über die Triebwerke. Der Stimmenrekorder gibt mindestens die letzte halbe Stunde des Funkverkehrs der Piloten, ihre Gespräche untereinander und alle Geräusche im Cockpit wieder.

Schwarzes Jahr für die zivile Luftfahrt

Schwarzes Jahr

Bei Luftfahrtkatastrophen waren in diesem Jahr zuvor bereits mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als drei Mal so viele Menschen bei Flugzeugunglücken wie im gesamten Jahr 2013. Laut der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln war 2013 aber auch ein besonders sicheres Jahr: Bei 17 Unfällen starben insgesamt 224 Menschen. Zwischen 2003 und 2012 starben bei Flugzeugunglücken demnach im Schnitt jährlich 703.

Quelle: AFP

8. März

Die schwarze Serie beginnt am 8. März: Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines verschwindet 50 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur Richtung Peking von den Radarschirmen. An Bord von Flug MH370 sind 227 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Trotz einer gigantischen Suchaktion fehlt bis heute jede Spur von der Maschine. Vermutet wird, dass sie in den Indischen Ozean stürzte.

17. Juli

Rund vier Monate später trifft es erneut Malaysia Airlines: Am 17. Juli stürzt über der umkämpften Ostukraine eine Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord ab. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Vermutet wird, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23. Juli

Sechs Tage nach dem Crash der Malaysia-Airlines-Boeing kommen in Taiwan 48 Menschen ums Leben, als ein Passagierflugzeug der TransAsia Airways bei stürmischem Wetter nach einem missglückten Landemanöver abstürzt. Zehn der 58 Insassen überleben das Unglück.

24. Juli

Nur einen Tag später verschwindet eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier. Das Wrack der McDonnell Douglas 83 wird in Mali entdeckt. Von 118 Menschen an Bord überlebt keiner das Unglück. Paris vermutet schlechtes Wetter als Unglücksursache.

28. Dezember

Acht Monate nach dem Verschwinden von Flug MH370 bricht erneut jeder Kontakt zu einem malaysischen Passagierflugzeug ab. Ein Flugzeug der Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von der indonesischen Insel Java nach Singapur von den Radarschirmen. Zuvor hatte der Pilot des Airbus A320-200 die indonesische Luftverkehrskontrolle wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten. Wenige Tage später werden Leichen und Trümmerteile entdeckt.

Gerade bei einem Absturz im Meer kann viel Zeit vergehen, bis die Black Box gefunden wird. Der gut geschützte Flugschreiber sendet mindestens 30 Tage ein Ortungssignal unter Wasser - um ihn zu finden, muss zumindest seine ungefähre Position bekannt sein.

Die Nutzung einer Livestream-Datenübertragung hätten Experten zufolge bei den Flugzeugunglücken von Flug MH370 und jetzt bei AirAsia-Flug QZ8501 zwar keine Leben gerettet. Doch mit Hilfe der Technologie könnten Wrackteile und Black Boxes zumindest „rechtzeitig“ gefunden werden, sagt Scott Hamilton vom US-Branchendienst Leeham der Nachrichtenagentur AFP. Deren Auswertung wiederum könne zu „betrieblichen Änderungen und Sicherheitsmaßnahmen“ führen, die künftig die Rettung von Menschenleben ermöglichen könnten.

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