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05.07.2012

16:07 Uhr

Air-France-Absturz

Gutachten: Piloten waren überfordert

Drei Jahre nach dem Air-France-Absturz über dem Atlantik ist laut Gutachten klar: Die Piloten waren mit einer eigentlich beherrschbaren Situation überfordert. Aber auch bei der Technik gibt es Verbesserungsbedarf.

Ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 wird von einem Rettungsteam der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen. dpa

Ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 wird von einem Rettungsteam der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen.

ParisDie Air-France-Flugzeugkatastrophe am Pfingstmontag 2009 wurde nach dem abschließenden Expertengutachten maßgeblich durch Pilotenfehler verursacht. Wie die Flugunfallermittler am Donnerstag mitteilten, sei die Crew nach einer Vereisung der Sonden zur Geschwindigkeitsmessung mit der eigentlich beherrschbaren Situation überfordert gewesen. Sie habe im Cockpit der Airbus-Maschine komplett die Kontrolle verloren.

Das geht aus dem Abschlussbericht der Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) hervor, der am Donnerstag in Le Bourget bei Paris vorgestellt wurde. Bei dem Unglück waren 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter 28 Deutsche.

In ihrem Zwischenbericht vor einem Jahr hatte die BEA hauptsächlich von Pilotenfehlern gesprochen, die auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris zu dem Unglück führten. In dem rein technischen Abschlusspapier, das die Behörde nun vorstellte, geben die Experten 25 neue Empfehlungen, wie die Flugsicherheit nach dem Absturz verbessert werden kann.

Die Ermittler schlagen eine verbesserte Pilotenschulung, aber auch Verbesserungen an den Anzeigen im Cockpit vor. Die vereisungsanfälligen Sonden des Herstellers Thales wurden bereits kurz nach dem Absturz aus dem Verkehr gezogen. Die Air-France-Maschine war auf einem Nachtflug von Rio nach Paris abgestürzt.

Bei den Ermittlungen zur Absturzursache stützten sich die Experten der Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) vor allem auf die Auswertung der Flugdatenschreiber. Sie waren im Frühjahr des vergangenen Jahres nach mehreren vergeblichen Suchaktionen aus rund 4000 Metern Tiefe geborgen worden. BEA-Chef Jean-Paul Troadec betonte zur Vorstellung des Abschlussberichts, dass seine Behörde nicht die Aufgabe gehabt habe, die Verantwortlichen zu benennen. Dies sei Sache der Justiz. Sie ermittelt bereits seit langem in dem Fall, hat allerdings bislang kein Anklageverfahren eingeleitet.

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