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27.01.2014

09:54 Uhr

Aktion gegen Anti-Lanz-Petition

Nuhr eine Petition

Das Netz hetzt gegen Lanz: In einer Petition fordern Zehntausende die Entlassung des Moderators. Kabarettist Dieter Nuhr nahm dies zum Anlass für eine Gegenaktion. Doch Ironie scheint bei „Open Petition“ nicht erwünscht.

Kabarettist Dieter Nuhr stellte sich gegen das Mobbing von Markus Lanz – vorerst erfolglos. dpa

Kabarettist Dieter Nuhr stellte sich gegen das Mobbing von Markus Lanz – vorerst erfolglos.

BerlinDie Kritik an Markus Lanz reißt nicht ab. Auch während und nach seiner „Wetten dass“-Sendung am Samstag lästerten etliche Nutzer auf Facebook und Twitter über seine Moderation. Die Online-Petition für die Absetzung des Showmasters sammelte auch am Wochenende weiter fleißig Stimmen, inzwischen ist die Grenze von 200.000 Unterschreibern geknackt. Anlass für die Petition war eine Sendung mit Sahra Wagenknecht gewesen. Lanz hatte die Linken-Vize in dem Gespräch mehrfach unterbrochen – zu oft nach Meinung der Netzgemeinde: In einer Petition forderten Zehntausende binnen kürzester Zeit den Rauswurf von Markus Lanz.

Der Kabarettist Dieter Nuhr reagierte auf ironische Art und Weise auf das Geschehen: Er startete am Sonntag seine eigene digitale Unterschriftensammlung. „Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“ lautete der Titel der Petition. Der Grund für Nuhrs Aktion: Er fände die „Returntastendrückerrevolutionäre nur noch peinlich“, schrieb der Kabarettist auf Twitter.

Auf der Plattform „Open Petition“ ging kurz darauf sein Gegen-Projekt online. In der Beschreibung stand, Nuhr wolle zum „König des Internets“ erklärt werden und dann bestimmen, wer sich äußern dürfe und wer nicht. Im Netz sei der „digitalen Mobbildung und der allgemeinen Verbreitung des gesunden Volksempfindens keine Grenzen mehr gesetzt“, schrieb Nuhr auf der Plattform. Verantwortliches Zusammenleben sei aber nur möglich, „wenn jeder für sein Tun haftbar gemacht werden kann“. „Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen“, schrieb Nuhr nicht ganz ironiefrei.

Doch der Rückschlag folgte schnell: Nach nur wenigen Stunden löschte das Portal die Petition – wegen „Missachtung der Nutzungsbedingungen“. Die Nutzungsbedingungen sehen es demnach vor, „Spaß- und Troll-Petitionen“ von der Webseite zu verbannen. In diesen Bereich zählte für „Open Petition“ auch Nuhrs Experiment.

Der Komiker fühlte sich prompt in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt:

Doch das Netz wäre nicht das Netz, wenn es nicht auch für dieses Problem eine Lösung bereit hielte: Ein Nutzer eröffnete prompt eine Petition für Nuhrs Petition. Die hatte am Montagmorgen bereits rund 500 Unterstützer.

Übrigens müssten laut den Nutzungsbedingungen von „Open Petition“ auch beleidigende Unterschriftensammlungen von der Plattform verschwinden. Die Online-Petition für die Absetzung von Markus Lanz zählt für das Portal scheinbar nicht dazu.

Von

lih

Kommentare (17)

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Feinstein

27.01.2014, 10:29 Uhr

"Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“ - sind schon mal drei verschiedene Sachverhalte.
a)Auf einen wiederholt auffälligen Tatbestand hinweisen, um eine Konsequenz zu fördern, ist definitiv kein Mobbing.
Dazu wird Herr Markus Lanz nicht diffamiert sondern kritisiert.
Da hat ein Herr Nuhr, in seinem etwa ernst zu nehmenden royalen Obrigkeitsdenken, humorkonservativ und arm an Einfällen eine Denke und Fabulierfreudigkeit, die eher auf ungeprobten Karnevalssitzung eines Männer-Kegelklubs in der katholischen Provinz zu finden sind.
b)`Binäre Erregung` soll wohl eine witzige Wortschöpfung sein. Sei`s drum ?
C) `Onlinepetitionswahn` soll wohl eine witzige Wortschöpfung sein. Sei`s drum ?
- Pause -
(Ein beliebtes Mittel des Comedians.)
Naja, Pause - Jedenfalls taucht sein Name in der Presse auf.

Account gelöscht!

27.01.2014, 10:46 Uhr

Bisher hatten die Fernsehzuschauer keine Möglichkeit, ihrem Ärger über sinnfreie Sendungen Luft zu machen. Das wurde von den verantwortlichen Fernsehmachern abgeschmettert. Das Netz bietet diese Möglichkeit nun und schon bekommen die Lanz-Kritiker eins auf die Mütze.

Aber es sind nun mal die Bürger dieses Landes, die mit ihren Gebühren dieses Programm bezahlen und genau diese sollten ein Mitspracherecht haben. Erst recht, wenn es um solche Typen wie Markus Lanz geht. Lanz ist nicht fähig auch nur ansatzweise Selbstkritik zu üben und sich Gedanken darüber zu machen, warum Menschen ihn nicht mehr sehn wollen.

Aber das ist der Grosskotz den diese Fernsehleute an sich haben. Sie stehen über den Dingen und der Pöbel hat einfach nur zuzuschauen und wenn er es nicht tut, dann Hauptsache er zahlt seine Gebühren damit Typen wie Lanz leben können wir die Made im Speck.

ARD und ZDF sind genauso wie die Privaten Fernsehsender verkommen und sorgen für Volksverblödung. Warum ist es nicht einmal möglich, ein wirklich interessantes Samstagabend-Programm zu gestalten? Wer schaut sich denn noch "Wetten dass..." an?

Antilobby

27.01.2014, 11:00 Uhr

Wer zahlt, schafft an.

Schwäbisches Sprichwort.

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