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03.10.2014

17:08 Uhr

Aktionswoche „Wider den rauen Ton im Netz“

Warum Trolle sadistische Züge haben

VonFulya Çayir

Trolle stänkern, beleidigen und diffamieren. Doch welche Verhaltensmuster stecken hinter diesen Online-Nutzern, die scheinbar nichts als Ärger im Kopf haben? Diplom-Psychologin Lena Frischlich erklärt es.

Diplom-Psychologin Lena Frischlich forscht in den Bereichen Kommunikations- und Medienpsychologie.

Diplom-Psychologin Lena Frischlich forscht in den Bereichen Kommunikations- und Medienpsychologie.

Düsseldorf.Frau Frischlich, warum fühlen sich Nutzer dazu berechtigt, zu fluchen und andere Nutzer zu beleidigen? Dieses Verhalten würden sie wahrscheinlich nicht im realen Leben an den Tag legen, oder?
Das hat mit dem sogenannten „Online-Enthemmungseffekt“ nach John Suler zu tun. Dieser Effekt kann in zwei Richtungen gehen: Einerseits gibt es die harmlose Enthemmung, bei der Nutzer Privates äußern oder sich für einen guten Zweck, wie jüngst bei Aktionen wie beispielsweise der Icebucket-Challenge beteiligen. Anderseits ist auch die gegenteilige Enthemmung, die sich negativ äußert, zu beobachten. Nutzer fangen an zu fluchen, andere zu beleidigen oder sogar zu bedrohen. Interessant sind hierbei die vergleichenden Untersuchungen, sogenannte Meta-Analysen, die mehrere Studien berücksichtigen. Diese haben gezeigt, dass folgende Voraussetzung ganz wichtig ist: die Aktualität der geltenden Normen innerhalb eines spezifischen Online-Umfelds. Im Rahmen der so genannten „Sozialen-Deindividuations-Theorie“ wurde gezeigt, dass Nutzer gerade in Social-Media-Gemeinschaften darauf besonderen Wert legen, wie sich andere Nutzer verhalten. Aggressives Verhalten kann sehr normkonform sein, wenn beispielsweise bereits viele andere feindselige Kommentare veröffentlicht wurden.

Aktionswoche: „Macht das Web sozialer –  wider den rauen Ton im Netz!“

Aktionswoche

„Macht das Web sozialer – wider den rauen Ton im Netz!“

Im Netz lässt der Umgangston oft zu wünschen übrig. Die Aktionswoche des Handelsblatts „Macht das Social Web sozialer!“ dreht sich um die Frage, warum bei Facebook und Co. oft eine Kultur des Gegeneinanders gelebt wird.

Welche Rolle spielt hierbei die Anonymität?
Nach dem Psychologen John Suler spielt Anonymität im Netz eine sehr große Rolle. Während man im realen Leben seinem Gesprächspartner gegenüber steht und dementsprechend weiß, wer wann was geäußert hat, sind genau diese Informationen im Internet nicht gegeben. Folglich wird es viel schwieriger, zur Verantwortung gezogen zu werden. Verfasser und Adressat bleiben vollkommen unsichtbar.

Warum werden Community-Manager als Zensoren beschimpft, obwohl sie Nutzer ermahnen, die sich nicht an die Netiquette halten?
Meinungsfreiheit (im Netz) ist ein Wert, der den meisten Menschen sehr viel bedeutet. Da gehen viele Nutzer soweit, unfreundliche und beleidigende Aussagen genau mit diesem Hintergrund zu untermauern. Außerdem verspricht das Internet eine „Kommunikation unter Gleichen“. Da ist es schwierig für Nutzer, Editeure als Autoritäten anzunehmen. Wichtig ist in diesem Rahmen auch der in der Psychologie geläufige Begriff der Dissonanz. Das heißt, ein Nutzer veröffentlicht seine unpassende Meinung, die er selbst mit seiner Person nicht vereinbaren kann. Daraus folgt, dass er seine Aussage im Nachhinein rechtfertigt und sich schnell in dem Feld bewegt, in dem er die Schuld auf einen anderen schiebt: in diesem Fall auf die Editeure.

Kommentare (2)

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Herr Uwe Ostertag

06.10.2014, 07:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und werden Sie nicht persönlich.

Herr Uwe Ostertag

06.10.2014, 07:40 Uhr

Zusatz;
Ich habe dem Handelsblatt bereits schriftlich angeboten, mitzuwirken, also wie entscheidet man sich, oder will man wirklich die Macht des Monopoles ausnutzen, dem Pragmatismus weiterhin frönen und alles abblocken, welches nonkonform ist aber auch der Medien schaden könnte, weil dann der Leser eine andere Ansicht bekommen könnte?
Ich würde mich aber auch bereit erklären, für das Handelsblatt einen Blog zu erstellen, welchen die Zeitung dann veröffentlichen sollte/kann. Kostenlos natürlich. Damit es auch eine öffentliche Gegendarstellung gibt, worin ich auch die volle Verantwortung(justiziabel) übernehme
Ich warte auf die Antwort, „Mut zur Wahrheit“ oder „Angst mit Feigheit“; Handelsblatt You decide
mailto: uweostertag@gmail.com
Hier will ich nur einen Blog noch einwerfen, wo die zensierten Kommentare eines Trolles aufgeschrieben sind, welche ich jederzeit in der Mail oder anderswo nachweisen kann. Dann soll sich jeder ein eigenes Bild des Hasses sehen, welches ein Troll versprühen kann.
https://sites.google.com/site/brotundgames/zensurkeule

Grüße vom Troll, der jetzt auch noch Sadist ist.
Es sind eben doch sadistische Gelüste, die Lügen und Ungereimtheiten aufzudecken und anzukreiden.

„Es ist schon Schlimm, wenn die Menschen an Weihnachtsmann nun Osterhasen glauben, aber noch viel naiver, wenn diese an Volksvertreter und die politische Neutralität der Medien glauben.“
„Einst glaubte ich, dass Medien nur mit Wasser kochen; Heute weiß ich, dass man dieses Wasser nicht nur streckte, sondern diesem auch Giftstoffe beimischte.“

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