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16.01.2006

12:30 Uhr

Altbundespräsident

Rau fehlte bei eigenem Geburtstagsempfang

Altbundespräsident Johannes Rau hat am Montag aus Gesundheitsgründen nicht an einem für ihn ausgerichteten Geburtstagsempfang im Berliner Schloss Bellevue teilnehmen können.

Johannes Rau dpa

Fehlte aus Gesundheitsgründen bei seinem eigenen Geburtstagsempfang: Altbundespräsident Johannes Rau.

dpa BERLIN. „Seine Tagesform lässt es nicht zu, mit uns zu feiern“, sagte Bundespräsident Horst Köhler in einer Ansprache, die extra für Rau aufgezeichnet wurde. Rau, der vom 1. Juli 1999 bis 30. Juni 2004 Bundespräsident war, wurde am Montag 75 Jahre alt.

Die kurzfristige Absage am Montagmorgen geht nach Angaben von Raus Büroleiter Rüdiger König nicht auf eine akute Verschlechterung zurück. Der Gesundheitszustand des Altbundesbundespräsidenten unterliegt seit Monaten ständigen Schwankungen. Rau musste sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt zwei schweren Operationen unterziehen. Davon hat er sich bis heute noch nicht vollständig erholt. Er steht seither unter ständiger ärztlicher Beobachtung.

Anstelle des verhinderten Altbundespräsident richtete dessen Tochter Anna einige Dankesworte an die Gäste. Ihr Vater habe bis zuletzt gehofft, an der Feier teilnehmen zu können. Neben Anna waren auch die Rau-Kinder Philipp und Laura ins renovierte Schloss Bellevue gekommen. Raus Ehefrau Christina war bei ihrem Mann geblieben.

Köhler würdigte die jahrzehntelange politische Arbeit Raus. „Wir danken Ihnen für alles, was Sie für Deutschland getan und erreicht haben.“ Fast ein halbes Jahrhundert habe Rau Verantwortung getragen. Das in ihn gesetzte Vertrauen habe er nie enttäuscht. Nordrhein- Westfalen - wo er Abgeordneter, Wissenschaftsminister und 20 Jahre lang Ministerpräsident war - habe Rau verändert. In seinen Jahren als Bundespräsident habe er auch diesem Amt seine Handschrift verliehen. Köhler hob an erster Stelle die historische Rede Raus vor dem israelischen Parlament Knesset am 16. Februar 2000 hervor, in der Rau um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust gebeten hatte. Rau sei einer der ältesten und besten Freunde Israels. Auch für das deutsch- polnische Verhältnis habe er viel bewirkt. Beharrlich habe Rau für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern geworben und zum Dialog der Kulturen ermuntert.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gratulierte dem ehemaligen Bundespräsidenten zu seinem 75. Geburtstag. „Du hast Berlin als Hauptstadt unterstützt, gefördert und mitgeprägt“, sagte Wowereit. Rau sei ein „Mann der Tat“. Er habe die Bundesrepublik als weltoffenes, tolerantes und der Geschichte zugewandtes Land entscheidend mitgeprägt.

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