Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2004

15:15 Uhr

Am 16. Januar muss Jackson vor Gericht erscheinen

Staatsanwalt will Michael Jackson den Mund verbieten

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Michael Jackson zum Schweigen verpflichtet werden. Jacksons Anwalt will Einspruch gegen den Antrag auf einen "Maulkorb"-Erlass einlegen.

Deutsche Fans bekunden Michael Jackson ihre Unterstützung. Foto: dpa

Deutsche Fans bekunden Michael Jackson ihre Unterstützung. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der Pop-Star soll sich nach dem Willen der Staatsanwaltschaft nicht mehr öffentlich zu dem Verfahren äußern dürfen. Auch Jacksons Anwalt Mark Geragos und alle anderen Personen, die in Verbindung zu Jackson stehen, sollen zum Schweigen verpflichtet werden. Jackson- Anwalt Geragos kündigte nach US-Medienberichten vom Donnerstag Einspruch gegen den Antrag auf einen „Maulkorb“-Erlass an.

Gut eine Woche bevor Jackson am 16. Januar erstmals vor Gericht erscheint, will die Staatsanwaltschaft nach Einschätzung von Experten verhindern, dass der Star und sein Anwalt durch öffentliche Auftritte Einfluss ausüben. Für Ärger bei jenen Medien, die den Jackson-Fall bislang rund um die Uhr ausgeschlachtet haben, sorgte noch ein weiterer Antrag des Staatsanwalts Tom Sneddon. Danach sollen die Dokumente der Polizei und der Staatsanwaltschaft, die im Zusammenhang mit Jacksons Verhaftung entstanden, vorerst nicht frei gegeben werden.

Normalerweise hätten die Medien diese Unterlagen - darunter der Durchsuchungsbefehl für Jacksons Ranch Neverland - seit dem 31. Dezember einsehen dürfen. Sneddon hatte jedoch einen Antrag auf Geheimhaltung gestellt und damit zumindest einen Aufschub erreicht.

In diesem Fall unterstützt der Jackson-Anwalt die Forderung Sneddons. Dagegen verlangen fünf US-Fernsehsender und die „New York Times“ von Richter Clifford Anderson die Freigabe der Unterlagen für ihre Berichterstattung. Der Richter soll darüber noch vor dem Gerichtstermin am 16. Januar entscheiden, fordern sie. Bei dem Termin muss Jackson erstmals persönlich vor einem Richter entscheiden, um kurz zu erklären, ob er sich schuldig oder unschuldig bekennt. In der Anklage wird ihm vorgeworfen, einen knapp 13-jährigen Jungen sieben Mal sexuell missbraucht zu haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×