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13.06.2012

15:47 Uhr

Amerikanischer Traum

Obdachlose schafft es nach Harvard

Von der Straße in die Elite-Uni: Für US-Schülerin Dawn ist der amerikanische Traum wahr geworden. Die 18-Jährige schaffte den Weg aus der bitteren Armut nach Harvard. Mit ihrem Lebensweg wird sie für viele zum Vorbild.

Harvard-Absolventin im typischen Talar. Reuters

Harvard-Absolventin im typischen Talar.

WashingtonViele in ihrer Situation hätten wohl verzagt, gebeutelt von all den Hürden, die es täglich zu überwinden galt. Aber das kam für Dawn Loggins nicht infrage. „Ich habe zwischendrin schon gedacht, dass es am einfachsten wäre, aufzugeben“, sagt die 18-jährige Schülerin der Burns High School in Lawndale (North Carolina) dem amerikanischen TV-Sender NBC. Sitzengelassen von den eigenen Eltern und ohne ein eigenes Dach über dem Kopf schaffte sie dennoch das Undenkbare: Die Aufnahme in Harvard, eine der renommiertesten Universitäten weltweit. Ihre Geschichte macht in den USA Furore, ihr Lebensweg inspiriert derzeit Millionen.

„Ich habe begriffen, dass ich niemals Erfolg haben würde, ohne eine gute Ausbildung“, sagt das Mädchen mit den langen dunkelblonden Haaren. Viele Interviews muss sie im Moment geben, ihre Geschichte ist bewegend, weil sie als Beispiel dafür gilt, dass der Amerikanische Traum - der Weg von ganz unten nach oben - nach wie vor Realität werden kann. Dawn Loggins Geschichte steht auch dafür, dass nicht allein die Größe des Geldbeutels bestimmt, wer an den Eliteuniversitäten des Landes aufgenommen wird, sondern auch das Talent und der Wille.

Ihr Weg nach Harvard war alles andere als vorgezeichnet: Bis zu ihrem 13. Lebensjahr lebte Dawn mit ihrem Bruder bei der Großmutter in Catawba im Bundesstaat North Carolina. Dann zogen die Geschwister zu den Eltern. Ein Happy End war das nicht - im Gegenteil: Die Abwärtsspirale begann. Ihr Stiefvater verlor seinen Job. Die Rechnungen konnten nicht mehr beglichen werden, die Familie zog häufig um, es gab Zwangsversteigerungen. So schildern die vielen US-Medienberichte die Situation.

Dawn musste ohne fließendes Wasser und Elektrizität leben. Gemeinsam mit ihrem Bruder sei täglich in einen benachbarten Park gegangen, um Wasser zu holen, hieß es. Manchmal habe sie wochenlang die gleiche Kleidung getragen. Wenn es abends dunkel wurde, habe sie bei Kerzenlicht gelernt.

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