Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.04.2016

13:43 Uhr

Amoklauf von Winnenden

Vater des Täters scheitert mit Klage gegen Ärzte

Für den millionenschweren Schadenersatz für Opfer und Hinterbliebene des Amoklaufs von Winnenden muss der Vater des Täters einstehen. Ärzte hätten die Bluttat nicht erahnen müssen, urteilt ein Gericht.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 an seiner ehemaligen Schule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. dpa

Nach dem Amoklauf von Winnenden

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 an seiner ehemaligen Schule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Heilbronn/WinnendenDie Psychiater des Amokläufers von Winnenden müssen sich nicht am Schadenersatz für die Opfer und Hinterbliebenen der Bluttat mit 16 Toten beteiligen. Das Landgericht Heilbronn wies am Dienstag eine entsprechende Klage vom Vater des Täters voll umfänglich ab.

Die Experten des Zentrums für Psychiatrie in Weinsberg hätten die Amoktat des 17-jährigen Tim K. zu keiner Zeit vorhersehen können oder gar müssen, urteilte das Landgericht. Zwar seien damals Behandlungsfehler gemacht worden, diese seien aber nicht mitursächlich für die Tat.

Der Vater des Amokläufers hatte gefordert, dass die Ärzte und Therapeuten die Hälfte des Schadenersatzes übernehmen, den er an Opfer, Hinterbliebene, die Stadt Winnenden und die Unfallkasse zahlen muss. Das Landgericht hatte diese Summe auf vier Millionen Euro taxiert.

Sieben Jahre nach Winnenden: Vater von Amokläufer verklagt Ärzte und Therapeuten

Sieben Jahre nach Winnenden

Vater von Amokläufer verklagt Ärzte und Therapeuten

Der Amoklauf von Winnenden 2009 beschäftigt nochmal die Justiz: Der Vater des Täters klagt gegen Ärzte seines Sohnes. Sie hätten vor dem 17-Jährigen warnen müssen, sagt er. Ein Gutachter sieht das anders.

Bei ersten Gesprächen mit den Experten wenige Monate vor der Tat hatte der Jugendliche gesagt, er habe oft Gedanken „andere umbringen zu wollen“. Auch von „alle erschießen“ sei die Rede gewesen. Er wiederholte diese Absichten aber in späteren Gesprächen nicht.

Ein Gutachter erkannte zwar Behandlungsfehler. So hätten die Therapeuten nach diesen Äußerungen nicht ausreichend nachgefragt. Auch nach dem Zugang zu Waffen hätte gefragt werden müssen. Zudem seien Tests falsch ausgewertet worden. Allerdings gebe es keine denkbare Diagnose, die ein solches Verbrechen auch nur ahnen lasse. Ursache für die Tat sei allein der freie Zugang zu Waffen im Elternhaus des Täters.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×