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04.01.2012

19:34 Uhr

Anders Behring Breivik

Angehörige der Opfer fordern neues Gutachten

„Paranoide Schizophrenie“ - so lautet die Diagnose, die die Osloer Staatsanwaltschaft akzeptieren will. Das liefe darauf hinaus, dass Behring Breivik strafrechtlich nicht für seine Attentate verantwortlich ist.

Anders Behring Breivik (l.) hatte im Juli 2011 in Oslo und anschließend auf der Insel Utöya dutzende Menschen getötet. AFP

Anders Behring Breivik (l.) hatte im Juli 2011 in Oslo und anschließend auf der Insel Utöya dutzende Menschen getötet.

OsloIm Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik geben sich die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung mit dem bereits vorliegenden psychiatrischen Gutachten zufrieden. Die Juristen erklärten am Mittwoch übereinstimmend, die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie sei ausreichend. Die Begutachtung des Angeklagten sei „sehr detailliert“, heißt es in der Stellungnahme.

Eine vom Gericht ernannte Prüfungskommission hatte vor Weihnachten ein umstrittenes Gutachten zur fehlenden Zurechnungsfähigkeit Breiviks bestätigt. Die Expertise stuft den Attentäter als „psychotisch“ und „paranoid schizophren“ ein. Übernehmen die Richter diese Einstufung für das Verfahren ab kommendem April, kann der 32-Jährige nicht zu Haft verurteilt, sondern nur in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden.

Anwälte der Opfer des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik haben indes ein neues psychologisches Gutachten über den geistigen Zustand des Massenmörders gefordert. Sie beriefen sich dabei am Mittwoch auf widersprüchliche Beurteilungen des Attentäters. Ein Psychologenteam, das Breivik im Gefängnis beobachtet hatte, war zum Schluss gekommen, dass er nicht an Schizophrenie leide. „Dieses Team hat ihn lange beobachtet, länger als die vom Gericht beauftragten Experten“, sagte die Opferanwältin Mette Yvonne Larsen der Onlineausgabe der Zeitung „VG“. Mit etwa zehn anderen Anwälten fordert sie daher ein neues Gutachten. Am Donnerstag endet eine vom Gericht gesetzte Frist für solche Einwände.

Der 32-Jährige Breivik hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer.

Eine Entscheidung über mögliche neue Untersuchungen soll Mitte Januar fallen. Breivik will sich nach Angaben seiner Anwälte keiner weiteren psychiatrischen Begutachtung unterziehen. Der Prozess soll am 16. April beginnen.

Kommentare (1)

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William

04.01.2012, 21:04 Uhr

Hierzu kann ich persönlich nur den Film das Gesetz der Rache empfehlen.

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