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13.05.2013

12:18 Uhr

Angeklagter im Jonny K.-Prozess

„Ich habe damit nichts zu tun“

Jonny K. wird im Oktober 2012 in Berlin derart mit Tritten und Schlägen attackiert, dass er an Gehirnblutungen stirbt. Die Angreifer müssen sich vor Gericht verantworten. Dort weisen sie sich gegenseitig die Schuld zu.

Der Angeklagte Onur U., der monatelang in der Türkei untergetaucht war und sich erst vor einem Monat gestellt hatte, muss sich ab heute vor dem Landgericht Berlin verantworten. dpa

Der Angeklagte Onur U., der monatelang in der Türkei untergetaucht war und sich erst vor einem Monat gestellt hatte, muss sich ab heute vor dem Landgericht Berlin verantworten.

BerlinZum Auftakt des Prozesses um die tödliche Prügelattacke in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes hat einer der Angeklagten jegliche Schuld am Tod von Jonny K. von sich gewiesen. „Ich habe ihn weder geschlagen noch getreten“, hieß es am Montag in der persönlichen Erklärung des 19-jährigen Onur U., die sein Anwalt Axel Weimann verlas. Er habe mit dem Tod des 20-Jährigen nichts zu tun, die anderen wollten alles auf ihn schieben, hieß es in der Erklärung weiter.

Der 19-jährige Onur U. war monatelang in der Türkei untergetaucht und stellte sich erst nach juristischem Tauziehen im April. Er sitzt zusammen mit fünf weiteren jungen Männern zwischen 19 und 24 Jahren auf der Anklagebank. Vier von ihnen wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, zweien gefährliche Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass Onur U. die treibende Kraft des Angriffs war. Auch ein Freund von Jonny K. war schwer verletzt worden.

Der junge Berliner starb im Oktober 2012 an Gehirnblutungen. Er war laut Anklage nach massiven Schlägen vor den Rathauspassagen gestürzt. Der 24 Jahre alte Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft Jonny K. noch einen Tritt gegen den Kopf versetzt haben, als dieser schon reglos am Boden lag. Die Schwester des Opfers, Tina K., tritt als Nebenklägerin auf.

„Ich will wissen, wer schuld ist“, sagte die 28-Jährige vor Prozessbeginn. „Ich hoffe, dass das nie wieder passiert. Die Jungs sollen sagen, was passiert ist und sich nicht gegenseitig die Schuld geben.“

Von

dpa

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